Das Museum am Strom, MAS, in Antwerpen hat jetzt ihre neue permanente Ausstellung „Stadt im Krieg. Antwerpen, 1940 - 1945“ eröffnet. Die flämische Hafenmetropole war vom Zweiten Weltkrieg schwer betroffen. Dafür sorgten der Nazi-Terror, die Judenrazzien und nicht zuletzt die schweren Kampfhandlungen zum Ende des Krieges durch deutsche V1 und V2 sowie auch durch alliierte Bombardierungen. Rund 25.000 Menschen verloren damals dabei ihr Leben.
Am 10. Mai 1940 griff das Deutsche Reich Belgien an und nur wenige Tage später flatterte die Hakenkreuzfahne an der Kathedrale von Antwerpen. Die Besetzung und die Diktatur spalteten damals die Bevölkerung. Zahlreiche Antwerpener begrüßten die Nazis und machen mit. Für andere hingegen brachen schwere Zeiten an, wie z.B. für die Juden der Stadt und für Linke, Andersdenkende und Widerständler.
Es gab dramatische Judenverfolgungen und es wurde zum Teil massiv Jagd auf die gemacht, die sich dagegen widersetzten. Und mit dem Hafen als strategischem Standort gab es ständig eine militärische Bedrohung. Viele Menschen in und um Antwerpen wurden Opfer der Bomben, sowohl von denen der Alliierten, als auch von denen der Deutschen.
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Was war damals passiert? Wie konnte das geschehen?
Die neue Ausstellung „Stadt im Krieg. Antwerpen, 1940 - 1945“ versucht Antworten auf viele Fragen zu bieten: Was bedeutete es, in einer besetzten Stadt zu leben? Was passiert, wenn das Basisrecht Freiheit wegfällt? Wer ist Opfer und wer ist Täter? Welche Rolle spielten Polizei und Behörden? Was konnten die Antwerpener Tun? Fliehen oder bleiben? Mitmachen oder dagegen vorgehen? Was würde man heute tun?
Diese Ausstellung versucht das gesellschaftliche Leben von damals mit symbolischen Orten verständlich zu machen, mit einem Kino, einer Schule, einem Haus, einer Kathedrale. Dort gestalten persönliche Erzählungen und Gegenstände der Antwerpener aus der damaligen Zeit das Leben von damals. Das alles sind Geschichten von Spaltung, von Machtlosigkeit, von Verrat und Gewalt aber auch von Mut, Widerstand und Hilfe. Das alles sind Geschichten, die man nicht vergessen sollte und darf.
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Geschichten und Gegenstände von den Menschen
Der Krieg und die Besetzung von damals ist noch immer präsent in Antwerpen. Sowohl bei denen, die heute noch leben, als auch bei deren Nachkommen und Enkelkindern.
Im Zeitraum 2020 und 2021 lancierten die Stadt Antwerpen und das MAS Aufrufe an die Menschen, um ihre persönliche Geschichte(n) mit allen zu teilen und um symbolische Gegenstände von damals für diese jetzt eröffnete Ausstellung im MAS zur Verfügung zu stellen.
So kamen zahlreiche Ausstellungsstücke zusammen, die teilweise Dauerleihgaben sind, die aber auch dem Museum am Strom übertragen oder geschenkt wurden.
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Dabei kam so viel zusammen, dass nicht alles gezeigt werden kann, doch dieses Material wird nicht in den Archiven verstauben, sondern in Wechselausstellungen gezeigt oder in Zusammenhang mit anderen Projekten gezeigt und genutzt. Und auf der Webseite „Antwerpen gedenkt“ wird seit 2022 vieles davon genutzt, um Geschichten und Geschichte von damals greifbar und verständlich zu gestalten.
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„Stadt im Krieg. Antwerpen, 1940 - 1945“, seit dem 8. September im Museum am Strom, Hanzestedenplaats 1, 2000 Antwerpen. Info: www.mas.be oder www.antwerpengedenkt.be
