Premierminister Alexander De Croo (Open VLD), Wissenschafts-Staatssekretär Thomas Dermine (PS) und Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) haben am Mittwoch feierlich die „VirusBank Platform“ an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven, Campus Heverlee) in Flämisch-Brabant eröffnet. In diesem Forschungslabor werden Viren aufbewahrt und analysiert, die im Kampf gegen Epidemien eingesetzt werden können, bzw. bei denen Gegenmittel entwickelt werden können. Die „VirusBank“ ist eine Art Hochsicherheitstrakt.
Forschung gegen Epidemien: In Löwen wurde die "VirusBank Platform" eröffnet
Jeder Wissenschaftler, der hier arbeiten muss, verfügt über einen eigenen Code, um das Labor zu betreten, wie Dr. Rana Abelnabi, eine der hier arbeitenden Wissenschaftlerinnen, deutlich macht: „Sogar mit einem Badge von außerhalb braucht man noch seinen Code, um hier hereinzukommen. Niemand kann diese Räume betreten, der hier nicht wirklich arbeitet.“
In dieser „VirusBank“ können in Tiefkühlanlagen bis zu 60.000 Viren aufbewahrt werden. Ziel ist, Exemplare von allen bekannten Viren-Familien hier im Archiv haben zu können. Diese werden bei Temperaturen von zwischen -80°C bis -150°C aufbewahrt.
Entstehung nach Corona
Diese „VirusBank“ entstand nach der Corona-Krise mit dem Ziel, schneller und adäquater gegen Viren und Epidemien vorgehen zu können. Seit der spanischen Grippe 1918 gab es bereits rund ein Dutzend Epidemien, zu denen auch die HIV-Welle in den 1980er- und 90er Jahren gezählt wurde und die Zika-Welle. Den letzten Höhepunkt erlebte die Welt mit dem Coronavirus Covid-19 und seinen Varianten ab 2020. Wissenschaftler und Virologen gehen davon aus, dass es weitere Epidemien geben wird - irgendwo auf der Welt. Dann will man besser gerüstet sein, als bei Corona.
Premierminister De Croo zeigte sich begeistert: „Wir sind ein innovatives Land. Während der Covid-Krise hat die Welt unser innovatives Ökosystem entdeckt. Sowohl aus der Perspektive der Industrie, als auch aus der der Patienten ist es wichtig, um hier und in der Pharmaindustrie auf Innovation zu setzen.“
Die Initiatoren und deren Ziele
Initiatoren der „VirusBank Platform“ sind die Löwener Universität und hier genauer der Virologe Prof. Johan Neyts vom dortigen Rega Institut und Prof. Patrick Chaltin vom „Centre for Drug Design & Discovery (CD3)“ und der der KUL nahestehenden Vereinigung CISTIM. Von hier aus wurde im Dezember 2022 der Vorschlag beim Bundesgesundheitsministerium in Brüssel eingereicht, von wo aus Grünes Licht und ein Entwicklungszuschuss von 20 Mio. € kamen. In den Augen von Bundesgesundheitsminister Vandenbroucke ist dies eine besonders wichtige Investition.
Der Hauptsitz des Labors ist am Bio-Incubator an der Gaston Geenslaan auf dem KUL-Campus in Heverlee. Virologe Neyts sagte zum Prinzip der anstehenden Forschungen: „Wir suchen nach den Schwachpunkten in Viren. In hunderttausenden Stoffen suchen wir nach dem Element, das die Vervielfältigung von Viren bremst.“ Doch in diesem Forschungslabor wird auch die Entwicklung von entsprechenden Medikamenten und Behandlungsmethoden vorbereitet.
