Der islamistische Terrorist Abdesalem Lassoued, der in der vergangenen Woche in Brüssel schwedische Fußballfans auf offener Straße erschossen hat, soll vor und nach diesem Anschlag Kontakte zu einer Person in Paris gehabt haben. Die französische Polizei hatte nach dem Brüsseler Attentat zwei Männer festgenommen, die wie Lassoued ebenfalls Tunesier sind. In Brüssel wurde die Wohnung eines Mannes durchsucht, der möglicherweise etwas mit der Waffe zu tun hat, die Lassoued nutzte.
Brüsseler Attentäter hatte mehrmals Kontakte zu zwei Personen in Paris
Wie VRT NWS in Erfahrung bringen konnte, sollen sich die beiden Tunesier vor und nach dem Anschlag mehrmals über die sozialen Medien unterhalten haben. Dabei soll vor dem Attentat unter anderem über den Ort gesprochen worden sein, wo die schwedische Fußball-Nationalmannschaft in Brüssel im Rahmen des EM-Qualifikationsspiels gegen Belgien untergebracht wird.
Nach dem Anschlag hatte Lassoued seinem Landsmann in Paris sein Bekennervideo zukommen lassen und etwa eine Stunde danach wurde über den Vorfall rund 2 Minuten lang gesprochen, wie VRT NWS in Erfahrung bringen konnte.
"Alte Bekannte"?
Der Mann ist ein Freund aus Kindertagen von Lassoued und stammt offenbar aus dem gleichen Dorf in Tunesien, wie der Attentäter. Die französische Justiz wirft ihm jetzt Terrorismus und Beihilfe zum Mord vor und nahm ihn am Dienstag in Untersuchungshaft. Einem weiteren Tunesier, der ebenfalls in Paris festgenommen wurde, wird Mitwisserschaft vorgeworfen. Auch er, ebenfalls ein Bekannter von Lassoued, wurde nach Verhören in U-Haft genommen.
Justiz und Polizei in Belgien gingen bis jetzt davon aus, dass Lassoued alleine gehandelt habe, denn in Belgien liegen keine Hinweise für ein mögliches Terrornetzwerk vor. Doch diese neuen Erkenntnisse aus Frankreich könnten darauf schließen lassen, dass die Theorie des Einzeltäters zumindest in Frage gestellt werden kann. Inzwischen haben belgische Ermittler ihre Kollegen in Paris besucht, um ihre Informationen auszutauschen.
Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit Lassoueds Waffe
Im Zuge der Ermittlungen im Fall des Terroranschlags in Brüssel ermittelt die Polizei auch zur Waffe des Täters. In diesem Zusammenhang wurde am Mittwoch das Haus eines Verdächtigen durchsucht, der möglicherweise etwas mit der Waffe zu tun hat, die Lassoued nutzte, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft bekanntgab.
Dabei handelt es sich um eine amerikanische Schnellfeuerwaffe vom Typ AR-15, die in Belgien unter das Kriegswaffengesetz fällt und die eigentlich hierzulande selbst auf illegalem Wege nur schwer zu bekommen ist. Ein Untersuchungsrichter muss nun festlegen, ob man den Verdächtigen in U-Haft nehmen muss.
