Das flämische VDAB und das wallonische FOREM arbeiten gemeinsam daran, im kommenden Jahr mindestens 12.500 arbeitsuchenden Wallonen in Flandern zu einer Anstellung zu verhelfen. Zum ersten Mal geben sich die beiden Arbeitsämter gemeinsam eine Zielrichtung vor.
Die Arbeitsämter Flanderns und der Wallonie wollen mehr Wallonen zu einem Job in der flämischen Region verhelfen
Dass VDAB und FOREM sich als Zeil setzen, nächstes Jahr 12.500 arbeitsuchenden Wallonen in Flandern zu einem Job zu verhelfen, zeigt, dass es sie Arbeitsämter ernst meinen. Diese Zahl liegt um ein Viertel höher als in den vergangenen Jahren. Und diese Zahl soll in den kommenden Jahren jeweils um 3 % steigen. Aktuell arbeiten etwa 45.000 frankophone Wallonen in Flandern.
Dass Arbeitsuchende aus der Wallonie in Flandern dringend gebraucht werden, liegt auf der Hand. In Flandern herrscht ein akuter Facharbeitermangel vor allem in technischen Berufen. Zwar suchen auch Arbeitslose in Flandern nach geeigneten Jobs, doch laut VDAB fehlt ihnen für Berufe in technischen Bereichen oft das Profil bzw. die geeignete Ausbildung.
Absurde Situationen
Das führte dazu, dass der flämische Arbeitgeberverband Voka der Provinz Westflandern auf Suche nach Arbeitskräften auch in Indien und in Mexiko ging, statt in den Städten der Nachbarprovinz Hennegau, wie Tournai oder Mouscron kurz hinter der Sprachengrenze die Fühler auszustrecken.
Wallonen, die in Flandern arbeiten wollen, müssen zuvor einige Tests ablegen, um zu sehen, wo ihre Qualifikationen liegen. Sie müssen auch Niederländisch sprechen, was aber nicht als Grundvoraussetzung verlangt wird. Das flämische Arbeitsamt VDAB arbeitet mit Projekten und Arbeitgebern, die es ermöglichen, diese Sprache im Laufe der Zeit am neuen Arbeitsplatz zu erlernen.
Hindernis Sprache?
Derzeit stehen beim wallonischen Arbeitsamt rund 18.000 offene Stellen aus Flandern zur Verfügung. Das flämische VDAB stellt daneben Arbeitsuchenden aus der Wallonie 500 Ausbildungs- bzw. Umschulungsstellen zur Verfügung. Dazu gehören auch Sprachausbildungen, denn die Sprache ist wohl noch immer das größte Hemmnis für Frankophone, um in Flandern arbeiten zu gehen.
Rund 60 % der Arbeitsuchenden, die Stellen in Flandern nicht angenommen haben oder nicht annehmen wollen, geben als Grund die niederländische Sprache an. Doch auch für potentielle Arbeitgeber in Flandern ist die Sprache ein Hindernis. Sie gehen davon oft aus, dass sie soziale Integration am Arbeitsplatz dadurch schwieriger ist und die befürchten, dass Mehrsprachigkeit zu mehr Verwaltung und Organisation führt, was wiederum Kosten mit sich bringt.
