Am Tag vor der Veröffentlichung des neuen Rolling Stones-Albums „Hackney Diamonds“ sprach StuBru-Moderatorin Michèle Cuvelier exklusiv mit Frontmann Mick Jagger. Dabei gab dieser kleinlaut zu, nicht gewusst zu haben, dass der Chansonnier Jacques Brel ein Belgier war. Zu sich und den Stones sagte er: „Wir sind Teil des Mobiliars.“
VRT-Rock- und Popsender "Studio Brussel" sprach mit Mick Jagger: "Jacques Brel ein Belgier? Wusste ich nicht!"
Am Freitag (20. Oktober) erscheint mit „Hackney Diamonds“ ein neues Album von The Rolling Stones, das erste Studioalbum seit 2005. Die Erwartungen sind hoch und die gesamte Weltpresse will mit den Stones sprechen. Studio Brussel-Moderatorin Michèle Cuvelier wagte einen Versuch und fragte ein Interview an. Mit Erfolg. Sie konnte mit Mick Jagger via einer Liveschalte sprechen.
„Ich bin froh darüber, dass wir diese Platte nach so langer Zeit machen konnten. Wir haben viel Spaß gehabt und dachten nicht, dass uns das so schnell gelingen konnte“, so Jagger zu den Arbeiten an der Platte. Er schreibe seine Songs meistens alleine an der Gitarre oder am Klavier und manchmal auch gemeinsam mit Gitarrist Keith Richards: „In der Anfangsphase sind wir nach Jamaica geflogen. Ich habe einige Ideen in die Runde geworfen. Ich hatte ein Gitarrenriff und Keith warf ein Bassriff ein. Danach sind wir zu den Proben nach New York geflogen. Das war ein lockerer Prozess. Es ist lange her, dass wir eine Platte herausbrachten, also hatte ich schon einige Nummern…“
Partner und Freunde machten mit
Mit Elton John, Stevie Wonder, Lady Gaga und Paul McCartney sind einige Stars aus der Musikszene als Gastmusiker dabei. Dass der Ex-Beatle „Macca“ dabei war, freute Jagger wohl ganz besonders. Er spielt Bass auf dem Song „Bite my heart off“: „Er war sehr enthusiastisch, um mitzumachen und er gehörte sofort dazu. Wir kennen uns natürlich, aber ich habe ihn noch nie so Bass spielen gehört. Er war zufrieden mit seiner Leistung. Am nächsten Tag sind wir zum letzten Konzert von Elton John gegangen und er wiederholte nochmal, wir toll er es fand, mit uns zu spielen. Er hat sich echt amüsiert.“
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Abgemischt wurde die Platte „Hackney Diamonds“ zeitgleich an verschiedenen Orten innerhalb von drei Wochen: „Ich saß alleine in meinem Haus in der Karibik und stand online in Kontakt mit den Mischern in North Carolina und meinem Produzenten in Los Angeles. Wir hatten eine schnelle Internetverbindung und konnten alles in Real Time abmischen.“
Letzte Aufnahmen mit Charlie Watts
Auf den Stücken „Mess it up und “Live by the sword” ist noch der 2021 verstorbene Stones-Drummer Charlie Watts zu hören: „Die Sessions sind noch von 2019. Ich fand, dass diese Songs gut zur Platte passen würden und ich wollte, dass Charlie mit dabei sein sollte. Wir haben viele Aufnahmen mit ihm. Nicht alle Lieder waren gut genug, doch diese beiden wohl.“
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Der letzte Song auf „Hackney Diamonds“ ist ein Cove von „The Rolling Stone Blues“ von Muddy Waters: „Wir haben diese Nummer nie gespielt, obschon wir und danach benannt haben. Es geht zurück zu „Catfish Blues“ aus den 1920er Jahren. Wenn man das Album Stück für Stück anhört, dann kommt man nach der Dynamik von „Sweet Sounds of Heaven“ in einem stillen Moment an…“
60 Jahre The Rolling Stones (gestreamt)
Inzwischen sind die Rolling Stones seit über 60 Jahren unterwegs und noch immer werden sie von Generationen von Musikfand geliebt. Mick Jagger versuchte das zu erklären: „Musik ist heute sehr zugänglich. Wenn man Musik von den 1960er Jahren bis heute hören will, dann kann man sie einfach streamen. Früher war das schwieriger und viel teurer. Heute ist es so, dass man auf einer Playliste eine Nummer der Stones hat. Wenn man uns nicht kennt, klickt man es vielleicht an. Danach hat man eine Playliste mit mehr Songs von uns. So kann man unsere Musik ganz einfach entdecken, aber eigentlich kann man die Frage nicht beantworten, warum die Leute uns weiter hören. Wir gehören einfach dazu. Wir sind ein Teil der Möbel…“
Musik aus Belgien hat Mick Jagger auf seiner eigenen Playliste nicht stehen. Er fiel sogar aus allen Wolken, als er von Michèle Cuvelier erfuhr, dass Jacques Brel ein Belgier war: „Das wusste ich nicht. Wie unwissend von mir. Glückwunsch!“ Allerdings tippte er auf den „halben Belgier“ Johnny Halliday: „Der war so lange der populärste Rockkünstler in Frankreich. In anderen Ländern war er nicht so bekannt, doch dort war er fünf Generationen lang ein Gott.“
