Der Attentäter von Brüssel, der am Montagabend zwei schwedische Fußballfans erschoss und einen weiteren schwer verletzte, wurde nur kurz nach den Schüssen von einer Polizeistreife bemerkt. Er konnte jedoch entkommen, weil das Risiko für die Streifenbeamten zu hoch war, wie die frankophone Tageszeitung Sudinfo meldet. Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) bestätigte diesen Vorfall.
Anschlag in Brüssel: Täter wurde kurz nach dem Attentat von der Polizei bemerkt, konnte aber zunächst entkommen
Nur etwa anderthalb Stunden nach den Schüssen bemerkte eine Polizeistreife den mutmaßlichen Attentäter Abdessalem Lassoued in einem Park, doch es wurde aufgrund der Sicherheitslage entschieden, nicht einzugreifen, da das Risiko für die beiden Streifenbeamten zu hoch war. Nur kurze Zeit später verloren die Polizisten den Mann aus den Augen.
Innenministerin Verlinden verteidigte die Entscheidung der Polizeiführung, hier nicht einzugreifen und unterstrich das Vertrauen in die Polizeiführung: „Die Polizei hat zu jedem Zeitpunkt die richtige Entscheidung getroffen.“
Sie sagte am Mittwochabend in der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“), man habe die Beamten nicht in Gefahr bringen wollen und es sei nicht sicher gewesen, ob ein mögliche Zugriff überhaupt Erfolg gehabt habe: „Die operationelle Leitung der Intervention hat auf Basis des Kontextes in diesem Moment entschieden, nicht einzugreifen.“
Am Dienstagmorgen wurde der Attentäter in einen Café in Schaarbeek gestellt, das sich in der Nähe des Parks befand, wo die Streife ihn zuvor entdeckt hatte. Dort wurde er niedergeschossen und verstarb auf dem Weg in ein Krankenhaus.
