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Können Muschelriffs vor der Nordseeküste vor einer Sturmflut schützen?

Seit rund 6 Jahren wird vor der Küste von De Panne an der belgischen Nordseeküste an einem Projekt gearbeitet und getestet, mit dem man versuchen wird, die Frage zu beantworten, ob Muschelriffs vor der Küste vor einer Flut schützen können.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach ersten konkreten Erkenntnissen lautet die Antwort „Ja“, denn bei einem Pilotprojekt etwa 2 Kilometer vor der Küste hat ein Modellprojekt gezeigt, dass dies möglich ist.

Vorteil solcher Muschelriffs ist, dass diese bei einem Sturm oder bei einer Sturmflut den Meeressand besser festhalten. Dadurch wird die Küstenlinie besser geschützt, denn die stabilen Sandmengen halten wiederum das Wasser etwas zurück. Offenbar ist dies auch bei schwerem Sturm wirksam und verhindert so Überflutungen und Wasserschäden.

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ANSEHEN

Um das künstliche Muschelriff vor der Küste zu installieren, wurden zuerst spezielle Taue ins Meer gelassen, die biologisch abbaubar sind. Darauf haben sich spontan Muscheln niedergelassen, die dort gewachsen sind, die aber nicht zum Verspeisen geerntet wurden. Die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler haben die Muscheln sich selbst überlassen.

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Nachhaltiges System sucht Nachahmer

Durch ihr Gewicht fielen sie von den Tauen ab und bildeten nach und nach ihr eigenes Riff, das inzwischen eine Größe von rund 200 m² hat. Der Test ist also gelungen, denn das Riff steht. Und dort festigen die Muscheln den Meeresboden und bieten so mehr Schutz vor einer Flut bei heftigen Stürmen.

Dieses System ist nachhaltig und kann weltweit angewendet werden und es braucht nicht unbedingt viele Jahre, bis es Schutz bietet, weil sich Muschelriffs und -felder recht schnell selbst bilden, wenn der Mensch, wie hier in De Panne, für die nötige Basis sorgt, ohne in die Natur als solche eingreifen zu müssen.

Das bedeutet auch, dass man nach Stürmen nicht mehr die Sandstrände neu planieren muss, weil sich keine Sandaufhäufungen mehr bilden, die für gefährliche Riffs sorgen. Dieser Sand muss dann auch nicht mehr mittels Baggern und Planierraupen zurück in Richtung Wasserlinie geschoben werden.   

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