Am Freitag ist im Auktionshaus „Arenberg Auctions“ ein Dokument versteigert worden, dass für die Geschichte des belgischen Königshauses und von Brüssel allgemein nicht ganz unbedeutend ist. Es handelt sich dabei um die Kaufakte, mit der Napoleon die Parzellierung der Königlichen Domäne von Laken verhinderte. Wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu meldete, lag der Startpreis für das historische Dokument bei 3.000 €. Letztendlich wurde es für 6.250 € abgegeben.
Die Akte, mit der Napoleon die Parzellierung der Königlichen Domäne von Laken verhinderte, wurde für 6.250 € versteigert
Nach der Französischen Revolution wurden Schloss Laken und der dazugehörige Park, die ursprüngliche Residenz der österreichischen Erzherzoge, verkauft und zwar für damals 150.000 französische Francs. Spekulanten (ja, die gab es damals auch schon) wollten das Schloss abreißen, um das Baumaterial verkaufen zu können. Doch sie hatten nicht mit Napoleon gerechnet, der 1803 zufällig in der Nähe weilte, um einem Militärmanöver beizuwohnen. Quasi schockverliebt kaufte er das Schloss und ließ es restaurieren.
1804 krönte sich Napoleon selbst zum Kaiser und für sein Brüsseler Domizil wollte er jetzt noch die Wälder, Felder und Wiesen um Schloss Laken herum haben. Doch ein listiger Zeitgenosse, der Rentner Emmanuel Piers, hatte die Ländereien im Jahr zuvor erworben, eben um sie zu parzellieren. Doch da hatte Kaiser Napoleon etwas gegen und verbot den Verkauf mit der Akte, die jetzt in Brüssel versteigert wurde.
Es ist dem „Kleinen General“ Kaiser Napoleon zu verdanken, dass die Ländereien rund um das königliche Schloss von Laken heute immer noch so aussehen, wie damals. 1831 zog übrigens König Leopold I. dort ein. Inzwischen bemühen sich Brüsseler Politiker und Bürgerinitiativen darum, dass der Schlosspark und die dazugehörenden Felder und Wälder öffentlich zugänglich werden, nicht zuletzt, weil die Hauptstädter nicht über viele Grünflächen verfügen…
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