Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Der Immobilienmarkt in Belgien stagniert – Keine Wohnung in Brüssel mehr unter 200.000 €

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2023 hat sich die Aktivität am Immobilienmarkt in Belgien stabilisiert bzw. als nur noch wenig dynamisch erwiesen. Im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum wurden 3,1 % weniger Immobilien-Transaktionen vorgenommen, wie aus dem aktuellen Barometer der Notariatsverbände ersichtlich ist. Global gesehen wurden Häuser im Durchschnitt 0,9 % teurer, Wohnungen hingegen um 2,9 % - ohne Einbeziehung der Inflation.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Entwicklung zeigt sich überdies regional gesehen etwa unterschiedlich. Während zwischen Januar und September 2023 der Immobilienhandel in Flandern um 5 % gegenüber 2022 zurückging, stieg er in der Brüsseler Region um 1,7 %. In der Wallonie blieb der Handel mit einem Plus von 0,1 % quasi stabil.

Inzwischen beläuft sich der Durchschnittspreis für ein Wohnhaus in Belgien auf 321.993 € (+ 0,9 %) und für ein Appartement auf 267.848 € (+ 2,9 %). In Flandern kostet ein Haus 2,3 % mehr als letztes Jahr und eine Wohnung 3,9 % mehr. Für ein Haus muss in Flandern heute durchschnittlich 366.000 € bezahlt werden, etwa 8.000 € mehr als zwischen Januar und September letztes Jahr.

In der Brüsseler Hauptstadt-Region sind inzwischen, wie aus dem Immobilien-Barometer ersichtlich ist, Appartements zum ersten Mal nicht mehr unter 200.000 € zu haben. Für Häuser sind die Preise zwar um 3,6 % gesunken, doch Wohnungen werden teurer. Aktuell wird in kleiner einzigen Brüsseler Gemeinde noch ein Appartement angeboten, dass günstiger als 200.000 € ist. 

Trotz der Abkühlung am Immobilienmarkt liegen wir noch ein Stück über dem Niveau der Periode vor Corona. Im Vergleich zu den ersten 9 Monaten des Jahres 2019 gab es in unserem Land dieses Jahr 10,7 % mehr Transaktionen.“

Bart van Opstal, Sprecher von Notaris.be

Die Notariatsverbände in Belgien stellen fest, dass der Immobilienhandel stagniert, bzw. leicht rückläufig ist. Im Laufe des Jahres verkauften sich die angebotenen Objekte zudem eher langsamer. Die Notare gehen davon aus, dass dies auch und vor allem mit der Unsicherheit in der Zins- und Hypothekenfrage zusammenhängt.

Im internationalen Vergleich sind Immobilien im Jahresvergleich 5 % günstiger geworden und in Deutschland sogar fast 10 %. In Luxemburg zahlt man heute rund 8 % weniger für ein Haus oder ein Appartement.

Nebenbei stellt der Immobilien-Barometer auch fest, dass immer weniger junge Leute unter 30 Jahren eine Immobilie erwerben. Im vergangenen Jahr machte diese Altersgruppe 30,3 % der Käufer aus und dieses Jahr „nur noch“ 29 %. In der Brüsseler Region betrifft dies nur 22,2 % der Haus- oder Wohnungskäufer. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5