Die Brüsseler Polizeizone Süd hat in ihren Bemühungen, die Drogenkriminalität in der belgischen Hauptstadt in den Griff zu bekommen, teilweise hart durchgegriffen. Innerhalb von 3 Monaten wurden bei Polizeiaktionen in den Stadtteilen Anderlecht, Sint-Gillies und Vorst 1.400 Personen festgenommen sowie fast 180 kg Drogen und rund 116.000 € Bargeld beschlagnahmt.
Brüssels Polizei geht gegen die Drogenkriminalität vor: 1.400 Festnahmen in 3 Monaten
Der Korpschef der Brüsseler Polizeizone Süd, Jurgen De Landsheer, sagte bei der Vorstellung der Resultate des sogenannten „Sommerplans“ dazu: „Wenn wir diese Aktionen weiter wiederholen können, was mit ausreichend Personal und Mitteln gemacht werden kann, dann können wir unsere Viertel sicherer machen und halten.“
Im Rahmen ihres Sommerplans hat die Polizeizone Brüssel-Süd zwischen Juni und September wiederholt Aktionen an 9 Hotspots in den Stadtteilen Anderlecht, Sint-Gillies und Vorst durchgeführt. Die Aktionen und Razzien richteten sich gezielt gegen Drogenkriminalität und Diebstahl mit Gewalt. „Wir haben diese Locations auf Basis von Klagen von einzelnen Bürgern oder Nachbarschaftskomitees ausgewählt und auf Basis der Notrufe bei 112 sowie nach Angaben der Gemeindeverwaltungen“, so Korpchef De Landsheer.
Statistik
Insgesamt wurden 1.416 Personen festgenommen.
Beschlagnahmt wurden 177 kg Drogen und rund 116.000 € an Bargeld
Es gab 602 zielgerichtete Aktionen
215 Verfahren wegen Drogenvergehen wurden eröffnet
4.833 Verfahren aufgrund von verschiedenen Verstößen wurden eröffnet
Drogengewalt
Diese große Zahl an Polizeiaktionen brachte vieles zutage, was zwar bekannt war und ist, was allerdings so noch nicht konkret erfasst wurde. Neben der Gewalt rund um Drogen und Drogenhandel ist den Polizisten einmal mehr aufgefallen, wie viele Minderjährige in dieser Hinsicht kriminell sind.
„Es bleibt traurig, zu beobachten, wie viele minderjährige Jugendliche in die Fänge der Drogenbanden geraten. Wir merken, dass viele dieser jungen Leute und auch andere Kriminelle aus anderen Gegenden in Brüssel oder auch aus anderen Städten, wie Aalst, Lüttich oder Verviers hierherkommen, um für die Banden zu arbeiten“, so Korpschef De Landsheer.
Das seien oft Jugendliche aus sozialschwachen Milieus, die die Schule schwänzen würden und die leicht von den Drogenhändlern beeinflusst werden, in dem sie mit dem Dealen Geld verdienen können. Dadurch können sie zu Hause ihren „Status“ erhöhen.
"Hoffentlich weitere Aktionen"
Aufhören gilt nicht, denn dann drohen ihnen Gewalt und Einschüchterung und falls sie nicht genug verkaufen oder gar von der Polizei erwischt werden, wohl ebenfalls. Da sie oft minderjährig sind, lässt man sie rasch wieder laufen und überlässt man sie den Bandenchefs…
Nach 3 Monaten intensiven Kontrollen in den Problemvierteln hofft der Polizeichef von Brüssel-Süd, dass es auch in Zukunft noch weitere solche Aktionen geben kann: „Die Politik hat inzwischen begriffen, dass mehr Mittel und Personal auf dem Terrain mehr Möglichkeiten und Resultate bieten.“
Ein schönes Beispiel sei die Problematik in und rund um den Bahnhof Brüssel Süd/Midi, so De Landsheer: „Diese war sehr akut. Gemeinsam mit der Bundespolizei, der Staatsanwaltschaft und dem Ausländeramt haben wir dort in kurzer Zeit eine großangelegte Aktion durchführen können.“
