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Brüsseler Waffel: Warum heißt sie so und kommt sie wirklich aus Brüssel?

Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ hat in ihrer Reihe „Ihre Frage über Brüssel“ einmal erforscht, was an der Brüsseler Waffel so Brüsseler ist. Schonmal vorab, die Waffel an sich, ist keine belgische Erfindung, sondern sie wurde zuerst vermutlich in den Niederlanden oder in Deutschland gebacken. Aber, sie tauchte schon früh hier auf, wie auf Gemälden der flämischen Meister Bruegel und Jordaens zu sehen ist. 

Andreas Kockartz
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Auf einigen Gemälden der beiden flämischen Meister sind bei festlichen Motiven die rechteckigen Gebäcke mit ihren quadratischen Löchern bereits zu erkennen und diese lassen an die Brüsseler Version denken, wie wir heute in den Lokalen an der belgischen Küste, in Brügge oder in Brüssel selbst, wo sie eigentlich schon selten geworden ist. Richtige typische luftige Brüsseler Waffeln bieten nur noch das Maison Dandoy, Aux Gaufres de Bruxelles, Gaufres & Waffles in der Altstadt oder Pardon in Sint-Gillis an.

Ein Schweizer Patissier?

Erste deutliche Hinweise auf Brüssel in Zusammenhang mit Waffeln tauchen erst im 19. Jahrhundert auf. Das Epizentrum der Waffelhäuser in der belgischen Hauptstadt lag damals im Viertel „Onze-Lieve-Vrouw-ter-Sneeuw“ rund um den Freiheitsplatz zwischen der Kongresssäule und dem Regierungsviertel.

Hier ging ein gewisser Florian Dacher aus der Schweiz bei einem belgischen Patissier in die Lehre. 1841 zog dieser nach Gent um, wo er mit seiner Frau eine Bäckerei eröffnete. Auf einer Visitenkarte dieser Bäckerei aus dem Zeitraum 1942-1843 ist zu lesen, dass dort „Grosses gaufres de Bruxelles“, also „Große Waffeln aus Brüssel“ angeboten wurden. Das ist das erste Mal, dass die Waffel mit Brüssel namentlich in Verbindung gebracht werden kann.

Die Genter behaupten, dass die Brüsseler Waffel einer von ihnen erfand

In Gent wird bis heute gerne behauptet, dass der Genter Maximilien Consael die Brüsseler erfunden hat und diese 1856 auf einer Kirmes vorgestellt haben soll. Consael brauchte zum Backen Hefe, während die Brüsseler Waffelbäcker geschlagene Eier verwendeten, wie dies im ersten bekannten Rezept aus dem Jahr 1874 von Philippe Caudelier auch der Fall ist.

Wo die Brüsseler Waffel erfinden wurde - für eine Kirmes oder in den Waffelhäusern der Hauptstadt - ist letztendlich nicht eindeutig zu klären. Laut einer Untersuchung der Kulturerbe-Behörde der Region Brüssel-Hauptstadt ist sie wohl zum ersten Mal in einem Verzehrsalon eines Brüsseler Bankettbäckers aufgetaucht. Warum wohl? Florian Dacher, der der Brüsseler Waffel ihren Namen gab, wurde das Backen von Waffeln bei einem Brüsseler Bäcker beigebracht… Aber nur unbelehrbare Chauvinisten diskutieren heute noch darüber. Alle anderen versuchen ab und zu mal eine leckere „Brüsseler Waffel“ zu erhaschen… 

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