Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Foto) ist zu seiner zweiten Brüssel-Visite in der belgischen Hauptstadt seit Februar angekommen. Dort erreichten ihn direkt positive Nachrichten, denn Belgien wird seinem Land doch einige Kampfbomber von Typ F-16 überlassen.
Selenskyj: Unangekündigter Besuch in Brüssel - Ukraine bekommt doch belgische F-16er
Selenskyj ist offenbar schon seit Dienstagabend in Brüssel, wie aus dem Kabinett von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) verlautete. Im Laufe des Mittwochs wird der ukrainische Präsident mit hochrangingen Vertretern der belgischen Bundesregierung zusammentreffen. Daneben wird er bei einem Treffen der Verteidigungsminister der Nato dabei sein.
Schon bei seiner Ankunft in Brüssel bekam Selenskyj gute Nachrichten, denn offenbar ist Belgien dazu bereit, seinem Land bis 2025 zwei bis vier Kampfbomber von Typ F-16 zu überlassen. Entsprechende Meldungen bestätigte inzwischen Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) in einem Gespräch mit unseren Kollegen des frankophonen Privatsenders Bel RTL.
Laut Dedonder werden diese F-16er ab 2025 ausgeliefert, denn dann bekommt die belgische Luftwaffe ihre ersten neuen F-35-Kampfbomber. Belgien wird schon früher dabei helfen, rund 50 Piloten und Techniker aus der Ukraine für die F-16 auszubilden. Diese Ausbildung soll sowohl in Belgien, als auch in Dänemark und in einem weiteren EU-Land erfolgen.
Bundesaußenministerin Hadja Lahbib (MR) meldete die F-16-Lieferungen ebenfalls und zwar über die sozialen Medien. Ihre Partei, die frankophonen Liberalen, befürworteten dies schon länger, doch erst jetzt konnte sich die belgische Regierung, die in dieser Frage länger gespalten war, auf diesen Weg einigen. Lahbib schrieb auf X (das frühere Twitter): „Der Abstand zwischen Kiew und Brüssel ist 2.000 Kilometer. Die beste Art und Weise, um belgische und europäische Bürger zu schützen, ist, die Ukraine weiter zu unterstützen.“
Treffen mit belgischen Regierungsvertretern
Am späten Vormittag begrüßte Premier De Croo den „Überraschungsgast“ aus der Ukraine in Brüssel. Danach kam es zu einem Gespräch zwischen Selenskyj, De Croo, Außenministerin Lahbib, Verteidigungsministerin Dedonder und mit Belgiens Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit Caroline Gennez (Vooruit).
Dabei unterstrich Premier De Croo, dass die definitive Lieferung der F-16er an die Ukraine bei der kommenden Regierung liege. Am 9.Juni 2024 finden in Belgien die Wahlen zu einem neuen Bundesparlament statt und danach folgt die Regierungsbildung.
Am Vormittag traf der ukrainische Präsident mit der Spitze der Nato und mit einigen Verteidigungsministern der Allianz zusammen. Am Rande dieses Treffens nahm Wolodymyr auch emotional Stellung zum Krieg zwischen Israel und der Hamas (siehe Video unten, in Englisch).

