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Holzfundament einer spätmittelalterlichen Straße in Lier entdeckt: noch in sehr gutem Zustand

Bei Kanalisationsarbeiten in Lier (Provinz Antwerpen) haben Archäologen das hölzerne Fundament einer Straße entdeckt, die im späten Mittelalter angelegt wurde. Das gab der Bürgermeister der Stadt, Rik Verwaest (flämische Nationalisten, N-VA), am Mittwoch bekannt. Dass das Holz noch außergewöhnlich gut erhalten ist, erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass es unter einer Tonschicht lag, die das Holz über die Jahrhunderte hinweg konserviert hat.

Martina Luxen
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Die Überreste einer Straße aus dem 15. Jahrhundert sind viel seltener als die Überreste römischer Straßen, obwohl die letzteren älter sind. "Die Römer benutzten Steine, während im Mittelalter porösere Materialien verwendet wurden", erklärt Bürgermeister Rik Verwaest.

Die mittelalterliche Straße liegt unter einer anderen Straße, woraus sich schließen lässt, dass dieser Weg offenbar schon seit Jahrhunderten genutzt wird. "Wir wussten aus Landkarten und Gemälden aus dem 16. Jahrhundert, auf denen sie abgebildet ist, dass es diese Straße gab. Aber wir hatten nicht erwartet, dass wir Überreste davon finden würden", betont Verwaest. 

"Das könnte auch daran liegen, dass die ersten Sanierungsarbeiten hier im Jahr 1930 neben der Straße und nicht darunter durchgeführt wurden. Das neue Abwassersystem wird unter der Straße verlegt werden", erklärt der Bürgermeister: "Straßenbauelemente aus der Vergangenheit sind keine Wertgegenstände an sich. Sobald man anfängt, sie auszugraben, zerfallen sie", rechtfertigte er und versicherte, dass "alles inventarisiert, vermessen und fotografiert wurde.”

In der Stadt wird darüber gewitzelt, dass man in Lier nur eine Schaufel in den Boden stecken muss, um fündig zu werden.”

Rik Verwaest, Bürgermeister von Lier

Es ist nicht das erste Mal, dass in Lier im Südosten von Antwerpen, archäologische Funde gemacht werden. "Bei früheren Arbeiten etwas weiter weg wurden fast 80 Skelette gefunden. In der Stadt witzelt man darüber, dass man in Lier nur eine Schaufel in den Boden stecken muss, um fündig zu werden. Lier, wo die kleine und große Nete zusammenfließen, blickt auf eine sehr reiche Geschichte zurück. Beginenhof und Belfort gehören zum Weltkulturerbe.

Wenn wir mit Arbeiten in der Stadt beginnen, rechne ich immer mit einem Anruf der Archäologen", erklärte Bürgermeister Verwaest.

Die Arbeiten im Berlarij-Viertel begannen am 8. August und sollten eigentlich im Januar oder Februar 2024 abgeschlossen sein. "Aber alles hängt von möglichen archäologischen Funden ab, die die Arbeiten verzögern könnten", sagte der Bürgermeister.

Der Marktplatz von Lier mit der berühmten Turmuhr von Louis Zimmer.

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