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Umwelt & Klima
Energie

"Unmöglich, eine dritte Offshore-Windkraftanlage vor der belgischen Küste zu bauen"

Keine der insgesamt 5 Zonen vor der belgischen Nordseeküste, die das von den Behörden beauftragte Consultance-Unternehmen Arcadis analysiert wurden, eignet sich für den Bau einer dritten Offshore-Windkraftanlage. Laut einem Beitrag der frankophonen Wirtschaftszeitung L’Echo bergen alle analysierten Bereiche Probleme mit anderen Aktivitäten auf der Nordsee, wie z.B. mit der Schifffahrt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Belgien möchte die Nordsee in ein „grünes Energiekraftwerk“ umwandeln. Derzeit wird der Bau der Energieinsel „Prinzessin Elisabeth“ vorbereitet. Das soll die zweite Energie-Produktionsstätte in den belgischen Gewässern in der Nordsee werden. Die erste gleichartige Zone, die sogenannte „Östliche Zone“, wurde zwischen 2009 und 2021 entwickelt und ausgebaut.

Diese beiden Zonen sollen gemeinsam 5,8 Gigawatt (GW) Elektrizität liefern. Hinzu kommt noch eine auf der Wasseroberfläche treibende Solaranlage mit einer Produktionskapazität von bis zu 1 GW. Bis 2040 wollen die belgischen Behörden die Energieproduktion auf der Nordsee auf bis zu 8 GW erweitern, doch dazu bedurfte es einer Analyse, um eine mögliche dritte Energiezone auf hoher See zu entwickeln.

Die von Belgiens Nordseeminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) bei Arcadis im März 2022 in Auftrag gegebene Analyse jedoch schlussfolgert, dass die angedeuteten möglichen 5 Zonen keine idealen Bedingungen bieten: „Dies würde sich gegen die Belange der Natur, der bestehenden Aktivitäten, der Küstenanlieger und der an die Wirtschaft gekoppelten Aktivitäten der Seefahrt und der Häfen richten.“ 

Dies schließt nicht die Türen für unsere Ambitionen, um aus der Nordsee ein großes Elektrizitätskraftwerk zu machen.“

Bundesenergieministerin Tinne Van der Straeten

„Dies schließt nicht die Türen für unsere Ambitionen, um aus der Nordsee ein großes Elektrizitätskraftwerk zu machen“, sagte Belgiens grüne Energieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) dazu. Eine dritte Energiezone in den belgischen Nordseegewässern zu bauen, sei nur eine der angedachten Optionen gewesen, so die Ministerin.

Eine andere Möglichkeit wäre ein „repowering“ der ersten Offshore-Windkraftanlage, die aus Windrädern der ersten Generation besteht. Diese Anlagen sind kleiner als die heutigen Rotoren und liefern weniger Energie als z.B. die „Prinzessin Elisabeth“-Energieinsel. Eine zweite Option für Belgien ist, gemeinsam mit den Nachbarländern Offshore-Zonen zu entwickeln und zu bauen, so L’Echo.

Man nehme die Arcadia-Studie zur Kenntnis, hieß es dazu aus Regierungskreisen, denn breiter aufgestellt würden sich weitere Möglichkeiten bieten, die mehr bringen könnten, als eine dritte Energiezone auf hoher See in den belgischen Gewässern. Weitere Schritte in diese Richtung müssen innerhalb der Regierung bzw. innerhalb des Kabinetts des Energieministeriums in Brüssel besprochen werden.  

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