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Inland
Politik

Belgien: Parlamentarischer U-Ausschuss zum sexuellen Missbrauch in der Kirche - Fokus auf Opfer und Finanzierung der Kirche

Das belgische Bundesparlament setzt einen Untersuchungsausschuss ein, der sich mit dem sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche befassen muss. In einer VRT-Dokureihe zu diesem Thema wurde deutlich, dass sowohl die Kirche, als auch die Justiz, hier jahrzehntelang nachlässig vorgegangen sind. Der Ausschuss befasst sich auch mit dem Thema Finanzierung der Kirche durch Steuergelder, legt aber den Fokus auf die Opfer.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die verschiedenen Fraktionen der im belgischen Bundesparlament haben sich darauf einigen können, dass neben dem sexuellen Missbrauch in der Kirche und dem Umgang damit bzw. mit den Opfern von Geistlichen, auch die Frage der Finanzierung gestellt werden muss. Im Vordergrund stehe aber die Hilfe und die Unterstützung der Opfer von Geistlichen.

Die Kirche muss sich den Vorwurf gefallen lassen, solche Fälle nicht aufgeklärt und die Täter zur nicht Rechenschaft gerufen zu haben. Ganz im Gegenteil. In der VRT-Dokureihe „Godvergeten“ („Gottvergessen“) unterstrichen Zeugen und ehemalige Missbrauchsopfer, dass es der Kirche eher darum gegangen sei, die Täter zu schützen.

Der parlamentarische Untersuchungs-Ausschuss zum Missbrauch in der Kirche in Belgien wird offiziell am 19. Oktober eingesetzt werden, nach dem die Abgeordneten die Rahmenbedingungen definitiv festgelegt und diesen zugestimmt haben. Der Ausschuss soll bis März 2024 tagen und danach seine Schlussfolgerungen vorlegen.

Inzwischen zeigen sich einzelne Opfer und die Opferverbände zufrieden darüber, dass sich erneut ein Parlamentsausschuss mit ihnen und ihren Fällen befassen wird, nach dem ein erster Ausschuss vor einigen Jahren kaum etwas in Bewegung bringen konnte.            

Da dieser Ausschuss datumsmäßig mit den Parlamentswahlen in Belgien kollidieren wird, soll über die Schlussfolgerungen erst in der nächsten Legislaturperiode debattiert und abgestimmt werden. Das bedeutet, dass dies einer der wichtigsten Aufgaben des neuen Plenums in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments sein wird.    

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