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Ein Foto des kleinen Daniël und die Reaktion seiner Mutter nach der Urteilsverkündung durch das Schwurgericht in Antwerpen.
Inland
Justiz

Ein Schuldspruch und ein Freispruch wegen der tödlichen Geiselnahme von Daniel

Ali Alhaj Mahmoud (25) wurde von den Geschworenen des Schwurgerichts Antwerpen nach achteinhalbstündiger Beratung für die tödliche Geiselnahme schuldig befunden, die sich vor vier Jahren im Asylzentrum in Broechem (Provinz Antwerpen) ereignet hatte und bei der der neunjährige Palästinenser Daniël ums Leben kam. Fahmi Al Achqar (22) wurde hingegen zur großen Wut der Mutter des Opfers freigesprochen.

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Der kleine Daniel war am 22. April 2019 aus dem Asylzentrum in Broechem verschwunden, wo er mit seiner Mutter, seiner Tante und einer Cousine in Block D wohnte. Seine Mutter erklärte, er sei am Abend zu einem der Angeklagten, Ali, in Block C gegangen, weil dieser ihm Geld versprochen habe. Als er eine Stunde später nicht zurückkam, sei sie mit anderen Bewohnern auf die Suche nach ihm gegangen und habe die Polizei verständigt. In der Nacht hatte die Mutter eine Whatsapp-Nachricht erhalten, in der ein Lösegeld von 100.000 Euro gefordert wurde.

Der leblose Körper des Jungen wurde schließlich zwei Tage später gefunden. Die Leiche war schnell in einem Graben in der Nähe von Block C vergraben worden. Die Autopsie ergab, dass er erwürgt worden war.

Die Anwälte von Ali Alhaj Mahmoud bestritten die Tat nicht und ihr Mandant plädierte auf schuldig, im Gegensatz zu den Anwälten von Fahmi Al Achqar, die jegliche Beteiligung des zweiten Angeklagten zurückwiesen und auf Freispruch plädierten.

Fahmi Al Achqar könnte bereits am Dienstag freigelassen werden

Ali hatte zugegeben, Daniel mit dem Versprechen von Geld geködert zu haben, behauptete aber, dass es Fahmi gewesen sei, der den Jungen überwältigt und mit einem T-Shirt erstickt habe. Die Geschworenen waren der Meinung, dass diese Aussage nicht mit den gesicherten Spuren übereinstimmte.

Alis DNA wurde auf dem T-Shirt und Daniels Blut auf seiner Jeans gefunden. Dagegen wurden am Tatort keine Spuren von Fahmi entdeckt. Die Geschworenen waren der Ansicht, dass ein Restzweifeln an der Schuld  von Fahmi Al Achqar bestehen blieb und daher ein Freispruch angewiesen war.

Für die Familie des kleinen Daniel wurde das Urteil jedoch als große Ungerechtigkeit empfunden, und die Mutter schrie ihre Wut heraus, als der Freispruch verkündet wurde. "Durch diesen Freispruch wurde mein Sohn ein zweites Mal getötet", reagierte sie.

Fahmi Al Achqar könnte bereits am Dienstag nach einer letzten Nacht im Gefängnis von Beveren freigelassen werden.

Ali Alhaj Mahmoud wird am Dienstag sein Strafmaß erfahren. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

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