Auf der Grundlage einer europäischen sozialwissenschaftlichen Studie (ESS) haben Forscher der KU Leuven und der UCLouvain festgestellt, dass die Belgier den Behörden für ihre Covid-Politik eine durchschnittliche Bewertung von 5,5 von 10 Punkten geben. Die Umfrage untersuchte wie zufrieden die europäischen Bevölkerung mit der politischen Reaktion auf die Coronakrise war.
Belgier bewerten die Behörden für ihren Umgang mit der Coronakrise mit 5,5 von 10 Punkten
Die untersuchten Maßnahmen betrafen verschiedene Bereiche wie wirtschaftliche Hilfe, Unterstützung für Familien mit Kindern und die Richtlinien für ältere Menschen in Pflegeheimen. Auch Faktoren, die die individuelle Zufriedenheit beeinflussen können, wurden unter die Lupe genommen. Insgesamt gaben 1.341 zufällig ausgewählte Belgier ihre Meinung über die Covid-Politik unserer Behörden ab.
Der Studie zufolge war das nationale Gesundheitssystem die Institution, die die höchste Zufriedenheit der Befragten (6,9) erreichte. Im Gegensatz dazu wird der enorme Druck auf das Pflegepersonal während der Pandemie und die hohen Sterblichkeitsraten in Altenpflegeeinrichtungen mit 4,7 von 10 Punkten wesentlich kritischer bewertet. Die Flamen sind jedoch tendenziell etwas zufriedener mit der Politik zur Bekämpfung von Covid als die Wallonen. Die durchschnittliche Zufriedenheit in Belgien liegt bei 5,5 von 10 Punkten.
"Es sieht so aus, als hätten sich die Behörden mehr oder weniger gut aus der Affäre gezogen, aber was die Zufriedenheit mit der Politik angeht, ist dieser Wert gar nicht mal so schlecht. Selbst im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und unseren Nachbarn - die Niederlande erreichten 5,6 und Deutschland 5,1 - ist das Ergebnis angemessen", analysierte Professor Bart Meuleman vom Soziologischen Forschungszentrum der KULeuven.
"Wir können daraus schließen, dass die finanziellen Hilfsmaßnahmen der Behörden die Menschen gut unterstützt haben und dass die Bevölkerung über einen ausreichenden Spielraum verfügt, um solche Krisensituationen zu bewältigen", stellt Bart Meuleman fest. Es gab jedoch einen Unterschied zwischen den Altersgruppen. "Junge Menschen bewerteten die Politik schlechter als Erwachsene und ältere Menschen, vielleicht weil die Einschränkungen der sozialen Kontakte, Online-Bildung und Quarantänemaßnahmen die größten Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatten", heißt es in der Studie.
