Auch in Flandern gehen die Bestände von einigen Insektenarten dramatisch zurück. Dies ist aus den Resultaten einer großangelegten Insekten-Zählkampagne der flämischen Umweltbewegung „Natuurpunt“ („Naturpunkt“) im gerade zu Ende gegangenen Sommer ersichtlich. In diesem Sommer wurden flandernweit z.B. kaum noch Wespen gezählt.
„Natuurpunt“ bat die Flamen darum, zwischen Juni und August so viele Insekten aufzuzählen, wie möglich. Interessenten konnten ihre Zählungen über die Webseite für Insektenerkennung ObsIdentify eingeben. Fast 40.000 Zähler registrierten dabei rund 1,5 Millionen Insekten. Doch die Resultate sind in den Augen von „Natuurpunt“ besorgniserregend. Die Organisation unterstrich einmal mehr, dass im belgischen Bundesland Flandern in den vergangenen 50 Jahren rund die Hälfte des Insektenbestandes verlorengegangen ist. Und dieser sinkende Trend setzte sich auch im Sommer 2023 fort.
Hier fiel besonders auf, dass im vergangenen Sommer kaum noch Wespen in Flandern vorkamen. Im Vergleich mit der Insektenzählung von 2022 gingen die Meldungen zu Wespen um die Hälft zurück. „Vielen mag das wie Musik in den Ohren anmuten, doch man muss wissen, dass Wespen in der Natur eine wichtige Rolle spielen. Und dass sie auch für den Menschen wichtig sind. Sie fangen viele Mücken und Fliegen und sie sind der Aufräumdienst der Natur“, so „Natuurpunt“ zu dieser negativen Entwicklung.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Am häufigsten wurden Schmetterlinge gezählt
Die Top 3 der am häufigsten gezählten Insekten im Sommer ‘23 besteht aus zwei Schmetterlingsarten, die Kleine Kohlweißling und dem Admiral sowie der Ackerhummel. Dies ist laut „Natuurpunt“ nicht verwunderlich, denn Schmetterlinge sind in Flanderns Breitengraden die am häufigsten vorkommenden Insekten. Rang 4 belegt z.B. das Braune Sandauge. Allerdings ist auch dessen Bestand im Laufe eines Jahre deutlich zurückgegangen. Auch für andere Schmetterlinge war das nicht gerade ein Topsommer.
Dies liegt zum einen am wettermäßig wechselhaften Sommer, zum anderen aber auch an den Wetterextremen der vergangenen Jahre auch hierzulande. Auch bestimmte Fliegenarten litten oder leiden darunter. Der Bestand der Großen Schwebfliege ging um rund 60 % im Laufe eines Jahres zurück.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Mehr Exoten
Auffallend ist aber auch, dass zunehmend exotische Insekten gemeldet und registriert werden. Das betrifft z.B. die in den Medien in letzter Zeit auch in Flandern beschriebene Asiatische Hornisse, die auf Rang 4 im Bereich Bienen und Wespen steht. Aber auch der Asiatische Marienkäfer kommt sehr oft vor. In Flandern war er der am meisten gezählte Käfer letzten Sommer. Nicht zuletzt muss auch ein Comeback des Buchsbaumzünslers festgestellt werden.
Bemerkenswert ist laut „Natuurpunt“ auch, dass unsere Breitengrade zunehmend von Insekten, die die Wärme lieben, kolonisiert werden, während eher kältebeständige Insekten verschwinden. So sind in Flandern nur noch selten Venn-Libellen zu finden oder Schmetterlinge, wie das Lungenenzian, besser bekannt als Ameisenbläuling. Häufiger kommen aber Brombeer-Perlmuttfalter vor, ein sogenannter Edelfalter…
