Die inzwischen 85 Jahre alte deutsche Fotografin Ursula Schulz-Dornburg zeigt in ihren Bildern nicht selten lediglich leere rohe Landschaften, Steine oder Gebäude. Wenn denn mal Menschen in ihren Fotos auftauchen, erscheinen sie teilnahmslos. Doch genau diese Themen und Inhalte machen diese Bilder so spannend und interessant. Die A Stichting in Brüssel widmet Ursula Schulz-Dornburg jetzt eine Ausstellung.
Ausstellung in Brüssel: Ursula Schulz-Dornburg oder "Wie Leere Geschichten erzählen kann"
Ursula Schulz-Dornburgs Talent als Fotografin kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter war Künstlerin und ihr Vater Geologe und Architekt. Kunst und ihre Wiedergabe sowie klare Linien und Strukturen sind ihr quasi in die Wiege gelegt worden. Erste Fotos machte sie bereits als Jugendliche, als sie mit an einem Buch über Steine ihres Vaters mitarbeiten durfte. 1963 schloss die dann am Institut für Bildjournalismus in Berlin ihr Studium ab.
Nicht nur ihr familiärer Hintergrund sorgte dafür, dass sie eine freiheitsliebende und engagierte Frau und Künstlerin wurde, sondern auch das Umfeld eben an diesem Institut. Nach ihrem Studium begann sie damit, ihre Geschichten zu erzählen und das passierte durch die Linse. Als sie 1967 mit ihrer jungen Familie ein Jahr in New York verbrachte, entdeckte sie die dortige klassische dokumentarische Fotografie, sowohl auf landschaftlicher Ebene, als auch im urbanistischen Sinne.
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Sozialarbeit und Fotografie
Im Laufe der 1960er und 70er Jahre arbeitete Ursula Schulz-Dornburg auch als Sozialarbeiterin und nicht selten mit ziellosen oder drogenabhängigen nicht immer nur jungen Leuten. Dabei dokumentierte sie deren Leben oder ließ diese Menschen selbst oder auch sich selbst fotografieren. Doch immer wieder zog es sie in Städte oder Landschaften mit spannenden fotografischen Dimensionen - Amsterdam, Venedig, Türkei, Kaukasus, die arabische Welt…
Hier stieß sie auf neue Horizonte, um wörtlichen und auch im philosophischen Sinne. Sie übertrat Grenzen - nicht immer ohne Folgen - und dabei entstanden einmalige Fotos. Gerade bei ihren Reisen durch das kommunistische Osteuropa bis hin zu den Grenzen Asiens dokumentierte sie häufig die heute verfallende Architektur sowjetische Architektur, auch wenn es nur einfache Bushäuschen in einer verlassenen Landschaft sind.
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"Niemandslicht"
Der Titel der Ausstellung in der A Stichting in Brüssel, „Niemandslicht“, ist sehr treffend gewählt. Ursula Schulz-Dornburg hat 2012 aufgehört zu fotografieren. Gegenüber der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ sagte sie, dass sie vor allem dankbar dafür sei, dass sie mit ihren Bildern Bewusstsein geschaffen habe können: „Das mein Werk von jungen Menschen noch immer verstanden wird, gibt meinen Leben Sinn.“
"Niemandslicht", noch bis zum 17. Dezember 2023, A Stichting/Fondation, Van Volxemlaan 304, 1190 Brüssel. Info: www.fondationastichtung.com
