Am Donnerstagabend findet zum ersten Mal seit vielen Jahren noch einmal ein Brüsseler Regionalderby, das sogenannte „Zwanzederby“ zwischen RWDM Molenbeek und Union Saint-Gilloise statt. Beide Mannschaften spielen inzwischen in der ersten Liga in Belgien. Am Mittwochabend aber kam es am Sint-Gillies-Voorplein zu einem gewalttätigen Aufeinandertreffen zwischen Hooligans und Ultras beider Mannschaften. Es gab „einen Tornado aus Stühlen.“
Ultras der Brüsseler Fußballclubs RWDM und Union liefern sich vor dem Derby eine Schlacht
Auf einem Video, dass aus einem Café an diesem beliebten Platz im Brüsseler Stadtteil Sint-Gillies heraus aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie sich etwa 40 Männer, von denen einige vermummt waren, miteinander prügeln. Dabei warfen sie mit dem Mobiliar um sich, dass sie auf den Terrassen der Cafés und Kneipen finden konnten.
„Ein Tornado aus Stühlen“, sah Jean Spinette (PS), der Bürgermeister von Sint-Gillies, nach dem er das Video sehen konnte, das aus der Brasserie de l'Union heraus aufgenommen und bei Facebook eingestellt wurde.
„Das waren Ultras von RWDM, die gegen Union-Fans kämpften und die dabei deutlich auch von anderen Clubs unterstützt wurden“, so der Bürgermeister. „Das ist so traurig. Für mich hat das nichts mit Fußball zu tun.“ Wie es zu diesem Clash der Ultras kommen konnte, muss noch geklärt werden.
Strafrechtliche Folgen
Laut einer Meldung der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure wurden bei dem Zusammenstoß der Hooligans drei Personen verletzt. Der Sachschaden soll ziemlich hoch sein. Einige der Gewalttätigen konnten aufgrund von Kamerabildern bereits identifiziert werden.
Bürgermeister Spinette setzt hier auf das Strafrecht, denn die Vorfälle fanden nicht an oder in einem Stadion statt, wo das sogenannte Stadionrecht gilt: „Das kommt den Tätern teuer zu stehen.“
Am Joseph Mariën-Stadion von Union Saint-Gilloise, das sich auf dem Grundgebiet der Brüsseler Gemeinde Vorst befindet, blieb es ruhig. Dort hatte Bürgermeisterin Mariam El Hamidine (Ecolo) aus Vorsicht auf Anraten der Polizei angeordnet, dass die Gastronomie geschlossen bleiben sollte, weil man Angriffe von RWDM-Ultras auf die Fankneipen von Union befürchtete.
