Philippe Touwaide, der staatliche belgische Ombudsmann für die Luftfahrt, legt eine Liste mit 15 Empfehlungen vor, mit denen der Fluglärm am und rund um den Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem und über der belgischen Hauptstadt gesenkt werden soll. Seit rund 20 Jahren ist dieses Dossier blockiert und ungelöst. In der Liste sind auch Maßnahmen enthalten, über die bereits 1988 abgestimmt wurde, die jedoch niemals umgesetzt worden sind.
Staatlicher Ombudsmann wartet mit Empfehlungen auf, mit denen der Fluglärm am Brussels Airport gesenkt werden soll
Einer der auffallendsten Vorschläge von Luftfahrt-Ombudsmann Touwaide ist die Idee, rund um den Brussels Airport eine Lärmschutzwand hochzuziehen.
Ein weiterer Vorschlag ist, am Flughafen einen Probestand für Düsentriebwerke einzurichten, mit dem der Lärmpegel der Maschinen gemessen werden kann, um zu sehen, zu welchen Tages- oder Nachtzeiten Flugzeuge mit solchen Triebwerken hier starten oder landen können oder dürfen. Beide Vorschläge stammen bereits aus dem Maßnahmenkatalog von 1988, wurden aber bisher nicht berücksichtigt.
Der Bereich Nachtflüge
Was die Nachtflüge betrifft, so plädiert der Ombudsmann für eine Herabstufung der QC, dass sind die sogenannten „quota counts“, die festlegen, welchen Geräuschpegel Flugzeuge erreichen dürfen. Touwaide fordert auch ein Start- und Landeverbot der lauten Flugzeuge vom Typ Boeing 777 in der Nacht. Generell sollen schwere Maschinen, z.B. bestimmte Frachtmaschinen, frühmorgens und am Abend nicht mehr zugelassen werden.
Er fordert auch eine strikte Einhaltung der Nachtslots (Slots sind die Start- und Landerechte von Fluggesellschaften an Airports). Damit ergänzt der Luftfahrt-Ombudsmann eine Selbstregulierung des Flughafenbetreibers Brussels Airport Company, der seinerseits angekündigt hat, Nachtflugbewegungen ohne Slots strenger zu regeln.
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Weitere Maßnahmen
Laut Touwaide sollen aufsteigende Flugzeuge dazu verpflichtet werden, mit maximaler Vortriebskraft auf den Startbahnen abzufliegen, damit sie mit schnellerem und steilerem Abflug den Flughafen und die Brüsseler Region verlassen können. Dazu soll es eine 50/50-Verteilung zwischen den Kurven geben, die die Flugzeuge beim Start nehmen sollen, um über die Region verteilt zu starten.
„Es muss eine Aufsichtsbehörde oder eine Instanz geben, die dafür sorgt, dass alle Verstöße gegen die Luftfahrtgelen bestraft werden und dass es zu einem Enge von allen Übertretungen kommt“, so Luftfahrt-Ombudsmann Philippe Touwaide weiter.
Probleme mit dem Flughafenbetreiber und mit DHL
In seiner Pressemitteilung zu seinen Empfehlungen wirft Touwaide der Brussels Airport Company und dem in Zaventem mit einem wichtigen Cargo-Hub arbeitenden Luftfrachtunternehmen DHL vor, dass diese keine Vorschläge zum Fortschritt in dieser Frage akzeptieren und jede Form von Dialog dazu ablehnen: „Hier wird weiter mit Maschinen geflogen, die eigentlich nachts nicht mehr fliegen dürfen oder die schon über 30 Jahre alt sind.“
„Die privatwirtschaftlichen Unternehmen Brussels Airport Company und DHL sowie der für die Luftfahrt zuständige Bundesminister müssen deutliche Anstrengungen liefern, um zu einem Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt zu kommen“, so Philippe Touwaide.
Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) schlug vor dem Sommer noch ein totales Nachtflugverbot für den Brüsseler Nationalflughafen vor. Dafür erhielt der frankophone Grüne viel Beifall, doch er wurde auch als „wirtschaftlich Wahnsinniger“ beschimpft, der 14.000 Jobs bedrohe…
