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Inland
Wirtschaft

Heftige Diskussionen um das Pfandsystem in Belgien: Digitales System umstritten

55 Bürgermeister aus allen Landesteilen in Belgien lehnen das geplante digitale Pfandsystem für Dosen und Plastikflaschen rundweg ab. Sie halten dieses System für unsozial, denn es sorge dafür, dass nicht jeder Bürger dabei mitmachen könne. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Umweltminister Flanderns, der Wallonie und der Brüsseler Hauptstadt-Region hatten sich vor einiger Zeit darauf geeinigt, ab 2025 ein einheitliches Pfandsystem für Getränkedosen und -flaschen einzuführen. Die Idee dabei ist, dass diese Verpackungen mit einem QR-Code versehen werden, den man scannen lassen muss, um sein Leergut zurückzubekommen.

Doch genau das lehnen die Bürgermeister aus 55 Städten und Gemeinden ab. Sie bemerken in einem gemeinsamen Schreiben an die Länder und Regionen, dass nicht jeder Bürger unseres Landes über ein QR-fähiges Smartphone oder Mobilfunkgerät verfüge bzw. damit umgehen könne. Aus diesem Grunde sei das digitale Dosenpfand ein unsoziales Vorhaben.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

"Wird nicht den gewünschten Effekt haben"

Die Bürgermeister plädieren hingegen für ein Mehrwegsystem, die es z.B. in Deutschland und in den Niederlanden angewendet wird. Hier kann man Pfandflaschen oder -dosen einfach in entsprechenden Geschäften, Supermärkten und Warenhäusern abgeben. Nicht zuletzt befürchten die Städte und Gemeinden, dass ihnen dieses digitale Pfandsystem zusätzliche Unkosten bringen kann.

Sie befürchten z.B., dass sie mehr Müllbehälter installieren müssen, da viele Zeitgenossen endgültig ihr Leergut einfach wegwerfen werden. In dem Schreiben heißt es u.a.: „Wir sind besorgt, weil das Pfandsystem nicht den gewünschten Effekt auf die öffentliche Sauberkeit haben wird. Wir machen uns auch große Sorgen über möglichen Betrug und Verstöße gegen das Recht auf Privatleben unserer Mitbürger.“    

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