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Evonik in Antwerpen
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Wirtschaft

Evonik will Freiraum für Investitionen schaffen - Was bedeutet das für den Standort Antwerpen?

Der Spezialchemiekonzern Evonik will mit einem Umbau Freiraum für Investitionen in Zukunftsgeschäfte schaffen. „Evonik wird schlanker, schneller und zugleich internationaler“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann am Dienstag der deutschen Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Drei Standorte in Europa will Evonik künftig nicht mehr selbst betreiben und wird das Geschäft in neue Dienstleistungsgesellschaften auslagern. Das betrifft auch den Standort Antwerpen. Tausende Mitarbeiter sind von den Plänen betroffen.

dpa Andreas Kockartz Belga
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Frisches Kapital könnte die Ausgliederung der Dienstleistungen an den Standorten Marl, Antwerpen und Wesseling aus dem Konzernverbund bringen. Es geht um Logistik, Energieerzeugung, technischen Service, Werkstätten und Werkschutz. Evonik will drei eigenständige Betreibergesellschaften gründen, in die geschätzt bis zu 4.000 Mitarbeiter wechseln würden. In der zweiten Jahreshälfte 2025 soll dieser „Carve-out“ abgeschlossen sein.

Auch der Umbau der Verwaltung soll Freiräume schaffen. „Für Evonik ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in dem wir uns von der internen Bürokratie lösen“, sagt Kullmann. Gut 8.600 Organisationseinheiten hat der Konzern aktuell, acht Hierarchieebenen liegen zwischen Produktion und Vorstand, auf vier Mitarbeiter kommt eine Führungskraft.

Klagen gegen verlängerte Betriebsgenehmigung

Welche Folgen dies für den Evonik-Standort Antwerpen haben kann, ist nicht klar. Der flämische Umweltschutzorganisation Bund für eine bessere Umwelt (BBL) und die flämischen Grünen (Groen) haben Klage gegen die 2021 neu erteilte Betriebsgenehmigung für Evonik (eine sogenannte „ewige Genehmigung“) am Antwerpener Hafen eingereicht. Grund für diese Klage ist der hohe Stickstoffausstoß von jährlich 810 Tonnen Nox, für die die Chemieproduktion in Antwerpen verantwortlich ist oder sein wird.

Wie viele Stellen insgesamt betroffen sind und was der Umbau an Einsparungen bringt, konnte Kullmann noch nicht beziffern. Vor betriebsbedingten Kündigungen sind die deutschen Evonik-Mitarbeiter bis 2032 geschützt. Gut zwei Drittel der weltweit 34.000 Beschäftigten entfallen auf Deutschland. Evonik ist mit einem Umsatz von zuletzt 18,5 Mia. € hinter BASF die Nummer zwei in der deutschen Chemieindustrie. In Antwerpen unterhält der Konzern 10 Produktionsstätten auf rund 109 ha Gelände und beschäftigt dort fast 1.000 Mitarbeiter. 

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