Das Spielfilmdebut „Augure“ des belgisch-kongolesischen Regisseurs, Schauspielers und Musikers Baloji (45, Foto) ist von den zuständigen Gremien als Oscar-Beitrag unseres Landes ausgewählt worden. Für die internationale Vermarktung dieses Streifens wurde der Titel von „Augure“ verändert und lautet „Omen“. Der Film, der in Cannes in Premiere ging, erzählt eine Geschichte rund um Bräuche und Aberglaube, die das tägliche Leben in der Heimat Baloji’s noch immer beeinflussen.
Belgiens Oscar-Beitrag "Augure" von Baloji - Vom Rapper zum Filmemacher
Baloji erzählt in „Augure/Omen“ die Geschichte des Kongolesen Koffi, der von seiner Mutter verstoßen wird, weil er ein Zauberer sein soll. Letztendlich verschlägt es ihn nach Belgien. Viele Jahre später kehrt er mit seiner schwangeren Freundin in den Kongo zurück, wo er nicht wirklich willkommen ist. Der Streifen erzählt anhand von 4 Personen, wie sehr Traditionen, Gebräuche und Aberglaube des Leben im Kongo bis heute im Griff haben.
Baloji’s Film ist beim Festival von Cannes in Premiere gegangen, wo er auch aufgrund seiner satten Farben, seiner lebendigen Bilder, seiner Magie und seiner fantastischen Umsetzung des Themas und der Geschichte den „New Voice-Award“ in der Categorie „Un certain regard“ erhielt. Danach folgten weitere Auszeichnungen bei den Filmfestivals von München, Durban und Angoulême.
Jetzt haben Flanders Images und Wallonie-Bruxelles Images diesen Film, der knapp 1 Mio. € kostete, als belgische Einsendung für den Oscar ausgewählt. So üppig „Augure/Omen“ auch daherkommt, ist er in nur 23 Tagen aufgenommen worden. Die insgesamt 94 Szenen wurden an lediglich 18 verschiedenen Drehorten aufgenommen. Bis dahin hatte Baloji nur einige Kurzfilme gedreht.
"Überglücklich"
Er sei überglücklich und stolz darauf, Belgien bei den Oscars vertreten zu dürfen, so der Allround-Künstler: „Ich bin auch stolz auf die Geschichte, die hier erzählt wird und auf die kulturelle Bedeutung dieser Auswahl. Wir kommen von so weit her. Das ist eine Ode an die Widerstandsfähigkeit und an das Durchsetzungsvermögen. Und jetzt, an die Arbeit!“
Baloji ist vielen bisher eher als Musiker bekannt. Er gehörte zur Lütticher Rap-Band Starflam und seit 2005 ist er solo unterwegs unter seinem Namen. Hier vermischt er Rap und HipHop mit afrikanischen Klängen. Im Herbst ist er Kurator der Ausstellung „Augurism“ im Modemuseum Antwerpen, wo er die Besucher mit seinen Bildern, mit Requisiten und Kostümen und Video’s in seine Welt eintauchen lassen wird.
Ob es „Augure/Omen“ tatsächlich bis in die Oscars schaffen wird, ist abzuwarten. Am 21. Dezember wählen die Mitglieder der Academy Awards eine Longlist von 9 Filmen für die Kategorie „Bester ausländischer Film“ und einen Monat später kommt die Shortlist mit 5 Filmen. Die Oscars werden am 10. März 2024 in Los Angeles vergeben.
