Trotz der Tatsache, dass in Flandern so vielen Windrad-Projekten wie nie zuvor eine Bau- und Betriebs, sowie Umweltgenehmigung erteilt wurde, drohen dem Sektor Probleme. Die Herstellung von Windrädern ist in der letzten Zeit erheblich teurer geworden, vor allem durch steigende Preise bei den Roh- und Baustoffen und durch die höheren Lohn- und Gehaltskosten. Die Folgen davon sind auch in Belgien bereits zu spüren.
Steigende Kosten: Droht auch in Belgien eine Krise im Windenergie-Sektor?
Konkrete und akute Probleme hat der Windenergie-Sektor in Belgien derzeit nicht, noch nicht. Doch auch hier drohen Schwierigkeiten für die nächsten Projekte zu Wasser und zu Lande, wie Marleen Dedeyne vom flämischen Windkraftverband (Vlaamse Wind Energie Associatie): „Durch die steigenden Rohstoffkosten werden die Windräder teurer und durch die steigenden Löhne und Gehälter werden auch der Bau der Anlagenteile und die Installation von Windrädern teurer.“
Der Sektor sieht sich dazu gezwungen, deutlich höhere Zuschüsse aus Bund, Ländern und Regionen in Belgien zu fordern, auch und gerade für die nähere Zukunft.
Flanderns Energieministerin Zuhal Demir (N-VA) lässt derzeit die Situation für die Windparks an Land beobachten und stellt fest, dass momentan noch kein zusätzliches Geld erforderlich ist. Was die großen Off-shore-Windkraftanlagen auf hoher See, also auf der Nordsee angeht, so lässt Bundesenergieministerin Tinne Van der Straeten gerade eine Studie bezüglich der möglichst fairsten Preise erstellen, um so zu errechnen, mit welchen Zuschüssen man Investoren anziehen kann.
Vielleicht sollte der Sektor mal umdenken und es dem Immobilienunternehmen „Groep Bolckmans“ aus Brecht in der Provinz Antwerpen nachmachen. Dieses Unternehmen baut gerade in Maasmechelen in der Provinz Limburg eine Fabrik, die teilweise mit Windenergie betrieben werden soll. Dazu kaufte das Unternehmen in Österreich ein gebrauchtes Windrad mit der -dazugehörenden Technik und lässt es gerade in den Niederlanden aufarbeiten und modernisieren. „Upcycling“ heißt so etwas…
