Aus aktuellen Zahlen der Arbeitsämter Actiris in Brüssel und VDAB in Flandern ist ersichtlich, dass immer mehr Brüsseler in Flandern bzw. im flämischen Rand rund um die Hauptstadt-Region herum einen Arbeitsplatz haben. Inzwischen betrifft dies rund 56.000 Arbeitnehmer, rund ein Viertel mehr als noch vor 10 Jahren.
Viele flämische Unternehmer und Arbeitgeber finden in ihrer Region nicht genügend Fach- und Arbeitskräfte und um Gegensatz dazu sind die Arbeitslosenzahlen in der Brüsseler Hauptstadt-Region mit rund 90.000 Arbeitsuchenden recht hoch. Viele der in Flandern tätigen Brüsseler sind von Hause aus französischsprachig, doch Niederländisch lernen sie vor Ort und so fremd ist diese Sprache den Hauptstädtern im Allgemeinen auch nicht ganz.
Inzwischen suchen flämische Firmen neues Personal aktiv in Flandern und wenden sich mehr und mehr an das dortige Arbeitsamt VDAB. Anne Lenaerts, Personalleiterin beim Umzugsunternehmen Transmoove in Vilvoorde in Flämisch-Brabant - das Unternehmen organisiert Umzüge für Firmen - sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Welche Sprache hier jemand spricht, ist hier nicht so wichtig. Es geht darum, ob jemand Lust dazu hat, zu arbeiten. Und für Brüsseler ist es einfach, unser Unternehmen in Vilvoorde zu erreichen.“
Die Unternehmen aus Flandern suchen auch Fachkräfte auf den Jobbörden, die Actiris in der Brüsseler Region veranstaltet. Auch Transmoove begibt sich zu solchen Börsen, wie Lenaerts weiter angibt: „Ob frankophon oder niederländischsprachig, darum geht es uns nicht. Für uns geht es um Fähigkeiten und Kompetenzen und um die Haltung der Bewerber.“
Inzwischen sind rund 15 % der Arbeitnehmer im Arrondissement Halle-Vilvoorde Brüsseler und am Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem - ebenfalls in Flämisch-Brabant, kommt etwa jeder fünfte Beschäftigte aus der nahen Hauptstadt.
