Das Geothermikunternehmen Hita aus Geel in der Provinz Limburg hat deutliche Spuren des Metalls Lithium in dem Wasser entdeckt, dass aus der Tiefe des Bodens in den Kempen an die Oberfläche gepumpt wird. Medienberichten zufolge ist das Unternehmen Umicore bereits daran interessiert, diese seltene Erde für die Produktion von Batterien zu nutzen. Dies verspricht dem Unternehmen Millionengewinne pro Jahr.
Flämisches Geothermik-Unternehmen entdeckt Lithium im Tiefenwasser in den Kempen
Lithium ist eine der sogenannten „seltenen Erden“, die für die Herstellung von Batterien für z.B. elektrisch betriebene Autos oder für die Produktion von Smartphones unentbehrlich ist. Neben Lithium braucht man dazu auch Kobalt, Nickel und Mangan. Lithium wird derzeit vor allem in Minen in Australien und aus Salzseen, wie sie in der Atacama-Wüste in Chile vorkommen, gewonnen.
Lithium ist ein sehr begehrtes Material, denn es ist ein leitendes Metall und damit einer der wichtigsten und teuersten Bestandteile von modernen Batterien z.B. für Mobiltelefone und Batterien für Elektrofahrzeuge (sowohl für Autos, als auch für Schienenfahrzeuge).
Ist ein lohnenswerter Abbau möglich?
Ein möglicher Abbau von Lithium aus den Tiefen der Antwerpener Kempen steht noch in den Kinderschuhen, wie die flämischen Zeitungen De Tijd und Het Nieuwsblad dazu melden, doch aus den ersten Erkenntnissen von Hita ist deutlich geworden, dass im dort in der Tiefe gewonnenen rund 80°C heißen Warmwasser bis zu 100 Milligramm dieser seltenen Erde pro Liter Wasser zu finden sind. Hita entdeckte das Lithium in seiner geothermischen Anlage in Mol in der Provinz Antwerpen.
Inzwischen wird mit der Förderung der flämischen Landesagentur für Innovation und Unternehmung (Vlaio) eine entsprechende Machbarkeitsstudie erstellt. In erster Linie wird geprüft, wie man das Lithium aus dem Warmwasser gewinnen kann, bevor man dieses zum Heizen von Wohnungen nutzen kann.
Hier könnte viel Geld verdient werden
Neben Umicore aus Antwerpen ist auch Hita selbst daran interessiert, Lithium aus dem hochgepumpten Warmwasser zu filtern. Das Geothermikunternehmen könnte so bis zu 140 Mio. € zusätzlich zu den eigentlich erwirtschaften Gewinnen hinzuverdienen. Vlaio kann sich vorstellen, bis 2030 bis zu 5.000 Tonnen Lithium aus etwa 10 Geothermik-Anlagen gewinnen zu können. Und bis 2050 soll noch viel mehr Lithium aus noch mehr Anlagen gefiltert werden… Und Umicore träumt von Lithium für Batterien für jährlich rund 125.000 E-Autos…
Doch scheinen 100 Milligramm Lithium pro Liter Wasser eher eine geringe Menge zu sein. Im Elsass, in Italien und in Schweden sind deutlich größere Mengen dieses begehrten Metalls im Wasser oder in Böden nachgewiesen worden. Und es steht zu befürchten, dass die Lithium-Quelle in den flämischen Kempen auch schnell wieder versiegen könnte. In wie fern das flämische Lithium dazu beitragen kann, die bald anstehende Elektromobilität auf den Weg zu bringen, sei dahingestellt. Aber, die große Abhängigkeit von Lithium aus Ländern außerhalb der EU -auch aus Ländern mit bedenklichem Ansehen - erweckt eben Träume.
