Belgien könnte der Ukraine im kommenden Jahr 2 bis 4 Kampfbomber vom Typ F-16 übergeben. Dies sagte Vizepremier David Clarinval (MR) am Mittwoch gegenüber dem frankophonen Privatsender RTL. Auch der VRT-Redaktion liegen Informationen vor, nach denen dies entgegen anderer Aussagen in der jüngeren Vergangenheit möglich sein kann.
Kann Belgien doch F-16-Kampfbomber für die Ukraine bereitstellen?
Vizepremier Clarinval gab gegenüber RTL zu verstehen, dass das Bundesverteidigungsministerium an einer Studie arbeite, die sich mit einer möglichen Bereitstellung von F-16ern für die Ukraine befasse. VRT NWS verfügt über Informationen dazu, dass Belgien durchaus solche Kampfbomber der ukrainischen Luftwaffe übergeben kann.
Dies mag überraschen, denn bisher hat es stets geheißen, dass unser Land seine F-16er selber brauche und zwar sowohl für die Verteidigung des eigenen Luftraums, als auch für Nato-Missionen zur Sicherung des Luftraums an der EU-Ostgrenze in den baltischen Staaten. Dies unterstrich unlängst noch Armeechef Michel Hofman.
45 F-16er bei der belgischen Luftwaffe
Belgien verfügt derzeit über 45 Kampfbomber vom Typ F-16, die noch insgesamt über 50.000 Flugstunden leisten können. Um seine Aufträge (siehe oben) zu absolvieren, sind jährlich etwa 9.000 Flugstunden notwendig. Innerhalb der kommenden 5 bis 6 Jahre haben demnach alle diese Maschinen ihre Lebensdauer erreicht und werden ausgemustert.
Aber, ab dem kommenden Jahr erhält die belgische Luftwaffe jährlich 4 bis 5 neue Maschinen des Typs F-35 und dann wird die Verteidigung mehr und mehr mit diesen Flugzeugen fliegen, statt mit den zu ersetzenden F-16ern.
Das bedeutet also, dass diese Kampfbomber nach und nach frei werden und mit vielen zur Verfügung stehenden Flugstunden durchaus auch an die Ukraine abgegeben werde können. Eine solche Entscheidung muss allerdings die belgische Bundesregierung treffen.
