Die Unesco hat bei ihrer Sitzung in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien, beschlossen, die zahlreichen Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Neben Friedhöfen in Frankreich und in der Wallonie gehören dazu auch 27 Soldatenfriedhöfe in Flandern. Die flämischen Denkmalschutz- und Kulturerbe-Behörden habe lange, fast 20 Jahre, für diesen Schritt gekämpft.
"In Flanders Fields", die Unesco nimmt die Soldatenfriedhöfe und die Gedenkstätten des Ersten Weltkriegs ins Weltkulturerbe auf
Über Flandern, die Wallonie und Frankreich sind insgesamt 139 Soldatenfriedhöfe verteilt, auf denen Soldaten begraben wurden, die an der sogenannten „Westfront“ gefallen sind: 27 in Flandern, 16 in Wallonien und 96 in Frankreich.
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Flanderns Landesminister für Denkmalschutz und Kulturerbe Matthias Diependaele (N-VA) reichte den entsprechenden Antrag bei der Unesco gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus der Wallonie und aus Frankreich ein. Nach einer Ablehnung durch die Unesco im Jahr 2018 ist der zweite Versuch, anerkannt zu werden, also geglückt. Flandern kann sich laut Minister Diependaele damit weltweit mit seiner Friedensbotschaft verständlich machen.
In Flandern ist das Gedenken eine lebendige Tradition, die inzwischen Teil unserer Identität ist. Man muss nur an die ‚Last Post‘ denken, die täglich am Menenpoort in Ypern erklingt. Es ist so wichtig, dass wir die Geschichte des Ersten Weltkriegs weitererzählen, eine Geschichte, die die Menschen aus der ganzen Welt mit unserer Region verbinden. Die große Zahl der Touristen, die jährlich die die Schlachtfelder in der Westhoek besucht, zeigt, dass wir eine universelle Geschichte erzählen. Flandern setzt sich mit dieser Friedensbotschaft auf die Weltkarte.“
Flanderns Kulturerbeminister Matthias Diependaele
Bei den durch die Unesco anerkannten Anlagen handelt es sich sowohl um Soldatenfriedhöfe der Alliierten, also z.B. um britische Anlagen wie die Menenpoort in Ypern, die Gedenkstätte für die Vermissten aus dem Commonwealth, als auch um deutsche Friedhöfe, wie dem von Vladslo mit dem Denkmal für die Gefallenen von Käthe Kollwitz.
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Konkrete Folgen hat die Anerkennung durch die Unesco nicht, doch sie hat enormen symbolischen Wert. Die Commonwealth War Graves Commission, die britische Instanz, die sich mit der Pflege der Anlagen aus ihrem Spektrum befasst, reagierte umgehend hocherfreut über diesen Unesco-Status: „Dank dem Status als Weltkulturerbe wird die weltweite Bedeutung dieser ‚Stillen Städte‘ unterschrieben und damit auch die Notwendigkeit, den Opfern der Kriege bleibend zu gedenken.“
