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Halbe Million Menschen in Flandern betroffen: Wer in Armut lebt, fällt immer tiefer

Die aktuelle Preisverteuerung und die wirtschaftliche Unsicherheit macht es für Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, noch schwieriger. Die Zahlen, die am Donnerstag von Decennium Goals, der Plattform der Armutsorganisationen in Flandern, veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Zahl der Menschen in Flandern, die unterhalb der Armutsgrenze leben, in diesem Jahr im Vergleich zu 2022 mehr oder weniger gleich bleiben wird. Eigentlich eine gute Nachricht ist, aber die Armutsprobleme der Betroffenen verschlimmern sich.

Martina Luxen Belga
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Das Barometer misst jährlich die neuesten Zahlen zu Armut und Einkommen in Flandern. Verschiedene Armutsorganisationen, Gewerkschaften und gemeinnützige Organisationen stellen die Zahlen und Statistiken unter dem gemeinsamen Namen Decennium Goals zusammen. Im Jahr 2022 ist die Armut in Flandern kaum zurückgegangen. Etwas mehr als eine halbe Million Flamen, etwa 7,7 Prozent der Bevölkerung, blieben unter der Armutsgrenze.

Tieferer Graben

Die schlechte Nachricht ist, dass immer mehr dieser Menschen immer tiefer in die Armut hineingezogen werden. Das durchschnittliche Einkommen derjenigen, die unter der Armutsgrenze leben, liegt jetzt 18,5 Prozent darunter. Im Jahr zuvor lag es “nur” 15 Prozent unter dem Einkommen auf der Armutsgrenze. Mit anderen Worten: Diejenigen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, finden immer weniger Anschluss an die Mittelschicht. Die Armutsschere öffnet sich immer weiter.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Krieg in der Ukraine, der zu einer Energiekrise geführt hat, die hohe Inflation bei allen Arten von Produkten und Dienstleistungen und die wirtschaftliche Unsicherheit haben ihre Lege noch erschwert. Anfang 2022 gingen bei den Sozialhilfeämtern viele Hilfsanfragen wegen der steigenden Energiepreise ein. Die Menschen nahmen nicht nur die Schuldenvermittlungsdienste öfters in Anspruch, sondern auch die Pakete der Lebensmittelbanken. 

Neue Gruppe der Armen: Doppelverdiener

Das Barometer zeigt auch eine relativ neue Gruppe in der Armutsstatistik auf: arbeitende Doppelverdiener. Paare, die beide ein Einkommen erzielen, sind nicht immer von Armut und Schulden verschont. Darüber hinaus stellten die Organisationen unter den Obdachlosen mehr alleinerziehende Mütter mit Kindern sowie Familien fest. 

Weitere Maßnahmen erforderlich

Die Organisationen, die die Decennium Goals unterstützen, loben die Behörden für Initiativen wie den sozialen Energietarif für arme Menschen und die Erhöhung der Mindestleistungen zusätzlich zu einer Indexanpassung an die Inflation. Dennoch, so die Organisationen, gibt es noch viel zu tun. 

"Hohe Kosten im Bildungswesen, das Fehlen einer erschwinglichen Kinderbetreuung und einer zugänglichen Gesundheitsversorgung, das Fehlen einer maßgeschneiderten Unterstützung, um den Menschen eine Ausbildung und passende Arbeit zu verschaffen sowie unzureichende Sozialwohnungen: All das sind Bereiche, in denen die Behörden viel mehr tun müssen", so die Organisationen zur Bekämpfung der Armut.

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