Voraussichtlich werden die Belgierinnen und Belgier, wenn 2023 dem Ende neigt, etwa 5 Milliarden Euro mehr als zuvor auf ihrem Sparkonto liegen haben. Das geht aus Zahlen hervor, die von VRT NWS und Knack bei der Belgischen Nationalbank (BNB) angefordert wurden. Die Sparquote (das verfügbare Einkommen, das nicht für den Konsum ausgegeben wird) betrug in der ersten Hälfte dieses Jahres 14 Prozent.
In Belgien wird wieder gespart, was das Zeug hält ... vor allem dank der automatischen Indexierung
Seit Jahren ist die Sparquote in Belgien rückläufig. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden noch 18 Prozent des Einkommens gespart, aber dann fiel die Quote stetig bis auf 12 Prozent im Jahr 2016 zurück. Seitdem war sie eigentlich stabil, aber nur bis zu den Jahren 2020 und 2021.
Mit dem Lockdown und der Gesundheitskrise sparten die belgischen Haushalte mehr als je zuvor, nämlich 20 Prozent, beziehungsweise 17 Prozent ihres Einkommens, was auf die Gesundheitskrise und weniger Ausgaben zurückzuführen war. Danach sank die Sparquote der Haushalte wieder auf das Niveau vor der Pandemie (2022: 12 Prozent).
In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg die Sparquote jedoch wieder auf 14 Prozent. Ein neuer Trend? Dieser Anstieg wäre jedoch hauptsächlich auf die automatische Indexierung der Löhne zurückzuführen. Rund eine Million Arbeitnehmer erhielten nämlich zu Beginn des Jahres eine Lohnerhöhung von knapp 10 Prozent.
Dadurch stieg das verfügbare Einkommen deutlich an, während die Ausgaben der Haushalte weniger stark anstiegen. Somit konnte ein größerer Teil des Lohns gespart werden.
Das verfügbare Einkommen stieg also deutlich an, während die Ausgaben der Haushalte weniger stark anstiegen. Dadurch konnte ein größerer Teil des Lohns gespart werden. Von 100 zusätzlich verfügbaren Euro wurden 75 Euro auf die hohe Kante gelegt, gab die Belgische Nationalbank an.
Für das gesamte Jahr 2023 erwartet die Nationalbank eine Sparquote von 13,5 Prozent. Das bedeutet, dass die Haushalte in diesem Jahr fast 5 Milliarden Euro mehr sparen werden als zuvor.
