Sven Pichal (Foto), ein sehr bekannter ehemaliger Radiomoderator der VRT, bleibt auf jeden Fall eine Woche länger in U-Haft. Eigentlich hätte die Antwerpener Anklagekammer heute entscheiden sollen, ob Pichal das Gefängnis mit einer Fußfessel verlassen darf oder nicht. Aber "es ist eine Ausnahmesituation eingetreten, die geklärt werden muss", erklärten seine Anwälte. Worum es genau geht, ist nicht klar.
Entscheidung über Verlängerung der U-Haft des Ex-VRT-Radiomoderators Sven Pichal verschoben
Pichal befindet sich seit 19 Tagen im Gefängnis, nachdem er am 24. August von der Polizei festgenommen wurde. Der Mann wird verdächtigt, Bilder von sexuellem Missbrauch von Kindern zu besitzen und zu vertreiben.
Vor zwei Wochen beschloss die Anklagekammer, Pichal unter elektronischer Überwachung zu halten, was bedeutet, dass er das Gefängnis mit einer Fußfessel hätte verlassen dürfen. Doch die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung Berufung ein. Das hatte zur Folge, dass Pichal zwei Wochen länger in U-Haft bleiben musste und die Anklagekammer heute erneut über den Fall entscheiden musste.
Heute Morgen hatte Rechtsanwalt Walter Damen, der Pichal verteidigt, noch angekündigt, dass er keine Vertagung beantragen werde. Doch kurz nach Mittag kam die Nachricht, dass er doch eine Vertagung beantragen wird. "Es gibt eine Ausnahmesituation, die geklärt werden muss, erst dann kann weiter verhandelt werden", teilte Damen mit. Was diese "Ausnahmesituation" ist, ist nicht klar. Den Anwälten wurde aber die beantragte Vertagung gewährt.
Außerdem ist dies nicht der einzige Vorfall. Eigentlich sollte Pichal heute Morgen aus dem Gefängnis verlegt werden, aber wegen Personalmangels war das nicht möglich. Erst kurz vor Mittag konnte er schließlich nach Antwerpen verlegt werden.
Ein zweiter Verdächtiger, B.D. (35), soll heute ebenfalls vor der Anklagekammer erscheinen. Wie Pichal hatte die Kammer ihm erlaubt, das Gefängnis mit einer Fußfessel zu verlassen, doch die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung Berufung ein.

