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Versunkene deutsche U-Boote nach 100 Jahren identifiziert: Besatzung noch an Bord

Wenige Kilometer vor dem Hafen von Zeebrügge konnten Forscher zwei Wracks als deutsche U-Boote identifizieren. Sie stammen aus dem Ersten Weltkrieg. Die Forscher vermuten, dass beide U-Boote durch Minen versenkt worden sind.

Martina Luxen
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Der Boden der Nordsee ist mit Wracks von Schiffen, Kampfflugzeugen und U-Booten übersät, von denen manche viele Jahrhunderte alt sind. Obwohl Dutzende von Wracks bereits identifiziert wurden, können für viele nur Vermutungen angestellt werden.

Auf der Website Wrakkendatabank kann man eine Liste mit der mehr als 300 Wracks in der Nordsee einsehen. Manche Wracks konnten namentlich identifiziert werden. Andere bleiben "Unbekannt" und sind nur mit dem Funddatum angegeben.

UC-14 und U-5

Jetzt bekommen zwei unbekannte U-Boote, deren Existenz, wenige Kilometer vor der Hafen von Zeebrugge, schon länger bekannt war, einen Namen. Dank guter Tauchbedingungen konnten Taucher sich den Wracks zum ersten Mal genug nähern und sie erkennen.

Es handelt sich um das Vorkriegs-U-Boot U-5 und das Minenleger-U-Boot UC-14 aus dem Jahr 1915. Beide wurden von der deutschen Kaiserlichen Marine eingesetzt, die zwischen 1914 und 1918 - also während des Ersten Weltkriegs - die belgische Küste kontrollierte.

Trotz ihrer Tiefe und der Nähe zu einer stark befahrenen Schifffahrtsstraße sind beide Wracks nach mehr als 100 Jahren auf dem Meeresgrund nahezu unberührt geblieben.

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Die U-5 war ein 57 Meter langes Vorkriegs-U-Boot, das 1910 gebaut wurde und mit 4 Offizieren und 25 Mann bemannt war. Seine Bewaffnung bestand aus 4 Torpedo-Rohren. Das U-Boot wurde Anfang Dezember 1914 von Deutschland nach Zeebrugge verlegt, um an der belgischen Küste zu patrouillieren.

Wenig später, am 18. Dezember, wurde das U-5 zum letzten Mal gesehen. Es wird vermutet, dass es mit seiner gesamten Besatzung vor Zeebrugge auf eine Mine gelaufen war. Von der U-5 und ihrer Besatzung - 29 Personen - fehlte bislang jede Spur. Bis jetzt. Das Wrack liegt intakt auf dem Meeresgrund und ist gut erhalten.

Hier sieht man das Periskop eines der beiden U-Boote. Durch das Auge konnte der Kommandant das Geschehen über Wasser beobachten.

Am 1. Oktober 1917 verließ UC-14 den Hafen von Zeebrügge zu seinem 21. und letzten Einsatz in der Nordsee. Nach dem Auslaufen wurden weder das U-Boot noch die Besatzung - wahrscheinlich 16 Personen - wieder gesehen. Schon damals vermutete man, dass das U-Boot vor dem Hafen von Zeebrügge auf eine Mine gelaufen war.

Das Wrack ist stark ramponiert und vermutlich durch eine schwere Explosion zerstört. Die Leiche des U-Boot-Kommandanten war zuvor in den Niederlanden angespült worden.

Die beiden Unterseeboote liegen in einer Tiefe von 12 Metern, einige Kilometer vor dem Hafen von Zeebrugge.

Offizielle Mitteilung an die deutsche Botschaft in Brüssel

Unterwasserarchäologe Tomas Termote sagte gegenüber der Nachrichtenredaktion von VRT, dass die Identifizierung des U-Bootes und damit auch der Besatzung offiziell der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland mitgeteilt wird: “Man weiß jetzt, um welches U-Boot es genau ging und wer an Bord war. Die Männer liegen immer noch auf dem Meeresboden. Es gibt uns Genugtuung, wenn wir die deutsche Botschaft offiziell informieren können und diese dann auch die Familien der vermissten Soldaten benachrichtigen kann.”

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Auch der Vertreter der deutschen Botschaft, Eckart  Blaurock, sagte, dass es ein besonderer Tag sei: “Die Verwandten in Deutschland wissen jetzt, wo ihr Angehöriger Frieden gefunden hat. Das ist ein sehr emotionales Ereignis.”

Die Toten werden nicht geborgen. Sie bleiben in ihrem Seemannsgrab, das zum flämischen Kulturerbe gehört. Dafür ist der Provinzgouverneur von Westflandern, Ludwig De Caluwé, zuständig: Er will auch eine Gedenkfeier organisieren.

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