In Gericht in Peking hat den weltberühmten chinesischen Künstler Ye Yongqing wegen Plagiat verurteilt. Yongquin verkaufte jahrelang Gemälde, die sich am Werk des Künstlers Christian Silvain (Foto) aus Kluisbergen (Prov. Ostflandern) orientierten und dies auf eine Art und Weise die eindeutig als Plagiat zu bewerten ist. Jetzt muss der Chinese Silvain eine Entschädigung zahlen und ein hohes Bußgeld entrichten. Zudem muss er muss sich in der größten Tageszeitung Chinas entschuldigen.
Christian Silvain kopiert: China verurteilt den Künstler Ye Yongqing wegen Plagiat
Der in Eupen in Ostbelgien aufgewachsene und heute in Kluisbergen lebende und arbeitende Maler Christian Silvain ist ein renommierter Künstler und seine Werke hängen in mehreren europäischen Museen und Privatsammlungen, unter anderem beim früheren belgischen Königspaar Albert und Paola.
Doch gut 30 Jahre lang wurde sein Werk auch als Inspiration durch den weltberühmten chinesischen Künstler Ye Yongqing genutzt und zwar auf eine Art und Weise, die als Plagiat bewertet werden muss (siehe Illustrationen).
Damit verdiente der Chinese viel Geld, gewann Preise und baute sich ein Renommee in der internationalen Kunstszene auf. Nicht zuletzt unterrichtete er an einer Kunstakademie und er kuratierte in China Ausstellungen.
(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)
Ye Yongqing entdeckte die Kunst von Christian Silvain wahrscheinlich in den 1990er Jahren, als dieser in Paris ausstellte. Offenbar kaufte er dort den Ausstellungskatalog und begann zu kopieren. 2019 flog die Sache auf und Silvain machte dies in der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad publik. Und dies fand auch seinen Weg in die chinesische Presse, wodurch Yongqion sein Ansehen ziemlich schnell verlor.
Ein Museum in Schanghai, das gleich 3 Werke von ihm zeigte, entfernte diese „Plagiate“ und ersetzte diese durch echte Silvains. Zudem fand der belgische Künstler Unterstützer in China, mithilfe derer er dort einen Prozess gegen den „Fälsche“ anstrengen konnte. Und diesen Prozess gewann Silvain. Ihm wurde ein Schadensersatz in Höhe von 650.000 € zugesprochen und Yongquin musste sich in Chinas größter Tageszeitung entschuldigen. Inzwischen hat dessen Werk so gut wie jeden Wert verloren.
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Dass ein Künstler aus Europa in China einen Plagiatsprozess gewinnt, ist schon etwas Besonderes. Silvain sagte gegenüber VRT NWS, dass dies seiner Ansicht nach das erste Mal ist. Auf den Schadensersatz will der Künstler aus Kluisbergen verzichten: „Die werde ich unter denen verteilen, die mir geholfen haben. Ich brauche davon keinen Cent. Ich wollte einfach nur, dass das Gericht bestätigte, dass mich dieser Mann schamlos kopiert hat.“
Ganz nebenbei sorgte dieser Fall aber auch dafür, dass sich für Christian Silvain in China ein möglicher neuer Markt öffnet: „Ich fliege nicht gerne, doch ich fürchte, dass ich jetzt nach China muss. Dort sind Ausstellungen geplant…“


