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Inland
Politik

Unter den Obdachlosen am Brüsseler Südbahnhof sind auch zahlreiche Kinder

Nach den Apellen bezüglich der unmöglichen Zustände am Brüsseler Bahnhof Süd/Midi in Sachen Sicherheit und Sauberkeit wurde auch das Thema Obdachlose angesprochen, die sich dort zu dutzenden konzentrieren. Am vergangenen Samstag durchkämmte die Polizei den Bahnhof, kontrollierte zahlreiche Personen und nahm Illegale, gesuchte Straftäter und andere auffällige Zeitgenossen zeitweise fest. Doch eines wurde dabei übersehen und dies ruft jetzt die flämische Kinderrechtskommissarin auf den Plan: Zahlreiche Kinder und Jugendliche befinden sich unter den Obdachlosen. Am Donnerstag wurde am Südbahnhof eine weitere Polizeiaktion durchgeführt. 

Andreas Kockartz
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Caroline Vrijens, die Kinderrechtskommissarin der flämischen Landesregierung appelliert an alle Verantwortlichen, dass man sich um die zahlreichen Minderjährigen kümmern müsse, die sich zwischen den Obdachlosen rund um den Brüsseler Süd/Midi-Bahnhof aufhalten.

Bei diesen Kindern und minderjährigen Jugendlichen handelt es sich laut Vrijens vor allem um junge Menschen aus Algerien und Marokko, die mit dem Versprechen an deren Eltern, in Europa ein besseres Leben führen zu können, von Menschenhändlern und -schmugglern nach Belgien verbracht wurden. Manche von ihnen seien gerade einmal 9 oder 10 Jahre alt, so die beunruhigte Kinderrechtskommissarin aus Flandern. 

Es ist unbegreiflich, dass hier noch kein Minister für zuständig ist.“

Kinderrechtekommissarin Caroline Vrijens

Sie wirft den Politikern auf belgischer Bundes- und auf Brüsseler Regionalebene vor, dass sich niemand dafür verantwortlich zeige. Sie habe bereits 2019 auf diese Situation hingewiesen, so Vrijens, doch trotz aller Versprechen habe sich nichts geändert und die Politik schiebe die Verantwortung weiter hin und her: „Es ist unbegreiflich, dass hier noch kein Minister für zuständig ist. Die Minderjährigen haben auch kein Ziel. Wir wissen auch, dass sie nicht um Asyl bitten werden. Sie wollen einfach unter dem Radar bleiben.“

Wenn sich Personen an sie richten, die ihnen helfen möchten, verschwinden sie doch wieder, weil ihnen keine strukturelle Hilfe angeboten werde, so Vrijens weiter. Auch die Aktion vom vergangenen Wochenende habe in dieser Hinsicht nichts gebracht, sondern die Kinder und Jugendlichen, die mit kleinen Diebstählen überleben und ausgebeutet würden und die nicht selten schon früh drogensüchtig sind, seien dabei noch nicht einmal erwähnt worden. 

Neue Polizeiaktion am Südbahnhof

Am späten Donnerstagnachmittag durchkämmten erneut Polizisten den Südbahnhof und seine direkte Umgebung. Auch hierbei handelte es sich um eine Aktion, die der Sicherheit im Bahnhof galt. Dabei wurden erneut mehrere Personen festgenommen, darunter einige Taschendiebe. Gegen 7 Personen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Bei dieser Aktion, die weitaus kleiner angelegt war, als die am vergangenen Samstag, wurden wieder mehrere illegale Einwanderer, Obdachlose und Drogensüchtige an die entsprechenden Stellen verwiesen. Angekündigt war diese Aktion im Vergleich zum letzten Wochenende nicht. Ob dabei auch Minderjährige aufgegriffen wurden, ist nicht klar. 

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