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Das erste offizielle Treffen zwischen MP Jambon und seinem Amtskollegen Di Rupo seit 4 Jahren
Inland
Wirtschaft

Treffen der MP's: Arbeitsämter in Flandern und in der Wallonie sollen enger zusammenarbeiten

Bei ihrem ersten Treffen seit 2019 haben die Ministerpräsidenten der belgischen Bundesländer Flandern und Wallonie, Jan Jambon (N-VA) und Elio Di Rupo (PS), vereinbart, das die beiden regionalen Arbeitsämter enger zusammenarbeiten sollen. In der wallonischen Landeshauptstadt Namür wurde einmal mehr deutlich, dass Flandern einen Teil seines akuten Facharbeitermangels damit lösen könnte, dass Arbeitnehmer aus der Wallonie hier Jobs annehmen. Doch noch immer ist die Sprache ein großes Hindernis dafür.

Andreas Kockartz
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Aktuell sind in der Wallonie rund 220.000 Arbeitsuchende beim Arbeitsamt eingeschrieben, während in Flandern tausende offene Stellen nicht besetzt werden können. Leider ist die Mobilität zum Arbeitsplatz aus Richtung Wallonie nach Flandern eher beschränkt, denn nur etwa 45.000 Wallonen haben einen Job in Flandern. Darin sind aber auch jene Flamen enthalten, die in der Wallonie leben und in ihrer alten Heimat einen Job haben…

Inzwischen haben sich flämische Arbeitgeber im Rahmen von Handelsmissionen sogar nach Indien und Mexiko begeben, um dort Facharbeiter anzuwerben, auch wenn es in der belgischen Nachbarregion eine ziemlich große „Reserve“ gibt. Daran will Flanderns Landeschef Jambon etwas ändern. Er will erreichen, dass viel mehr Wallonen den Schritt über die Regional- und Sprachengrenze machen und in Flandern Jobs annehmen. 

Engpass- oder Mangelberufe

Zwischen Flandern und der Hauptstadt-Region Brüssel gibt es bereits eine enge Kooperation am Arbeitsmarkt. Die flämische VDAB und die Brüsseler Actiris haben vor einiger Zeit vereinbart, dass pro Jahr rund 2.000 frankophone Brüsseler in Flandern Arbeitsverträge eingehen. Diese Zielvorgabe wird sogar mehr oder weniger erreicht. Doch es ist einfacher, einen Brüsseler dazu zu bringen, im benachbarten Flämisch-Brabant einen Job zu suchen, als einen Einwohner von Charleroi im Hennegau dazu zu überreden, in Westflandern arbeiten zu gehen…

Jetzt sollen die VDAB und das wallonische Arbeitsamt Forem damit beginnen, automatisch Stellenangebote austauschen. Aber, es sollen auch wallonische Arbeitsuchende über Forem Umschulungen im Hinblick auf in Flandern gesuchte berufliche Profile und vor allem Niederländischkurse angeboten werden, denn leider ist die Sprache noch immer ein Hindernis für französischsprachige Belgier, um in Flandern arbeiten zu gehen. 

Austausch

Im Gespräch zwischen den beiden Ministerpräsidenten wurde auch vereinbar, dass verschiedene regionale bzw. provinziale Behörden und Arbeitsämter enger kooperieren sollen. Ost- und Westflandern arbeiten mit der Provinz Hennegau zusammen, Wallonisch-Brabant mit Flämisch-Brabant oder Limburg und Antwerpen mit der Provinz Lüttich.

Konkret ausgearbeitet wird diese Zusammenarbeit zwischen Flandern und der Wallonie auf Ebene des Arbeitsmarkts von den zuständigen Arbeitsministern. Das sind in Flandern Jo Brouns (CD&V) und in der Wallonie Christie Morreale (PS). In einem Monat sollen die entsprechenden Entscheidungen in Textform den regionalen Parlamenten vorgelegt werden können. 

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