Im vergangenen Schuljahr (2022/2023) wechselten etwa 4.700 Beschäftigte aus der Privatwirtschaft als Quereinsteiger ins Lehramt über. Das war ein Anstieg um fast 7 % gegenüber dem Schuljahr davor und diese Entwicklung stellte einen neuen Rekord dar. Und trotzdem herrscht in belgischen Bundesland Flandern weiter Lehrermangel.
Flanderns Schulwesen: Weiter Lehrkräftemangel trotz Quereinsteigern aus der Privatwirtschaft
Aus einer Umfrage des Unterrichtsverbandes der flämischen Städte und Gemeinden (OVSG) ist ersichtlich, dass etwa jede vierte Direktion von kommunal betriebenen Schulen noch mindestens einen Lehr oder eine Lehrerin für das kommende Schuljahr sucht, das schon am Freitag beginnen wird.
Trotzdem blickt Flanderns Landesbildungsminister Ben Weyts (N-VA) zuversichtlich ins neue Schuljahr: „Im Gegensatz zu anderen Sektoren gelingt es dem Unterricht immer noch, mehr Leute anzuziehen. Dieser neue Rekord ist ein Lichtblick im Kampf gegen den Lehrermangel. Wir ergreifen immer mehr Maßnahmen, um diesen Job moderner und attraktiver zu gestalten. So konnten die ersten Quereinsteiger jetzt schon ihr Zehnjähriges begehen.“
Ab dem kommenden Schuljahr gibt es mehr Möglichkeiten, um als ‚Gastlehrkraft‘ einmal diesen ‚schönsten Beruf der Welt‘ zu testen.“
Flanderns Bildungsminister Ben Weyts
„Ab dem kommenden Schuljahr gibt es mehr Möglichkeiten, um als ‚Gastlehrkraft‘ einmal diesen ‚schönsten Beruf der Welt‘ zu testen“, so Bildungsminister Weyts enthusiastisch, doch so einfach ist das nicht, wie es beim OVSG dazu heißt. Die Regelungen seien viel zu kompliziert und viel zu komplex, um eine flexible Personalpolitik zu führen und erst recht, wenn es darum geht, schnelle Lösungen für den Lehrermangel umzusetzen.
„Wir plädieren für eine Lernlaufbahn im Schulwesen. So kann man ein Team mit verschiedenen Profilen ausbauen, die jeweils eine deutliche Rolle haben und auch dementsprechend gewürdigt werden können“, sagt Walentina Cools, die Direktorin des Unterrichtsverbandes der flämischen Städte und Gemeinden.
