In Herstal bei Lüttich ist am Freitag der vor einer Woche von der Polizei im nahegelegenen Oupeye erschossene Quad-Fahrer beerdigt worden. Vor der Kirche von Herstal erschienen dutzende Quad- und Scooter-Fahrer, die dem Verstorbenen mit lauten Motorengeräuschen ihre letzte Ehre erwiesen.
Von der Polizei erschossener Quad-Fahrer unter lautem Motorenknattern beerdigt
Minutenlang dröhnten und knatterten die Motoren von Quads, Scootern und Mopeds, als der Sarg des 30 Jahre alten Domenico D’atria aus der Kirche von Herstal in der Provinz Lüttich getragen wurde. D’atria war am Freitag vor einer Woche von der Polizei erschossen worden, als er bei einer Verkehrskontrolle nicht anhalten wollte und versuchte, zwei Polizeibeamte mit seinem Quad anzufahren.
Einer der beiden Polizisten schoss zweimal auf den Quad-Fahrer. Einer dieser Schüsse traf den 30-Jährigen tödlich. Nach dem Vorfall brachen nächtelang Krawalle in dem kleinen Dorf Oupeye aus, in dem der Mann erschossen wurde.
Die Randale war zeitweise so heftig, dass der Bürgermeister der Ortschaft untertauchen musste und dass Polizisten namentlich in den sozialen Medien bedroht wurden. Zwei Personen wurden in diesem Zusammenhang in der vergangenen Woche festgenommen.
Die Beerdigung verlief am Freitagvormittag aber ohne Zwischenfälle, auch wenn die Atmosphäre recht angespannt war. Die Polizei hielt sich zurück.
Jetzt muss der Bericht des Komitee P, das Kontrollorgan der Polizeidienste in Belgien, zu dem Vorgang abgewartet werden. Der Beamte, der den tödlichen Schuss abgab, steht unter Schock und kann erst in der kommenden Woche zu dem Vorgang befragt werden. Zur Diskussion steht in solchen Fällen immer, ob der oder die Polizisten in Notwehr gehandelt haben. Das sieht das Gesetz in Belgien so vor.

