Zum Hauptinhalt springen
Blutende und vernarbte Lungenfasern nach einer Covid-Infektion

Belgische Wissenschaftler finden heraus, dass das körpereigene Abwehrsystem schwere Covid-Erkrankungen fördern kann

Aus einer Studie des Flämischen Institut für Biotechnologie (VIB), die gemeinsam mit Krankenhäusern und Universitäten entstand, ist ersichtlich, dass schwere Lungenschäden bei Corona-Patienten durch das eigene Abwehrsystem entstanden. Mit dieser Feststellung hoffen die beteiligten Wissenschaftler einen Durchbruch bei der Suche nach neuen Behandlungsmethoden gegen Corona gefunden haben.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das sogenannte Komplementsystem, ein Teil des menschlichen Abwehrsystems, stellt Eiweiße her, die uns in den ersten Stunden nach einer Infektion mit dem Coronavirus Covid 19 schützen sollen. Doch Covid bringt dieses Komplementsystem durcheinander und sorgt dafür, dass die Lungenbläschen beschädigt werden. Komplementen sind Gruppen von Eiweißen, die in der Leber entstehen.

Der Schuldige ist der Entzündungsstoff Interleukine-6, der im dem  Menschen angeborene Abwehrsystem vorkommt. Normalerweise hilft dieser Stoff dabei, Krankheiten auslösende und abgestorbene Zellen aus dem Körper effizient zu entfernen. Doch bei einer kräftigen Version des Coronavirus Covid-19 wird das Abwehrsystem gestört und Interleukine-6 richtet erst recht Schaden an.

Der Lungenarzt und Immunologe Bart Lambrecht von der Universitätsklinik Gent erklärt: „Wir beobachteten, dass die Lungen selbst viele Eiweiße des Komplementsystems produzierten.“ Und diese unkontrollierte Aktivität dieser Eiweiße beschädigten die Lungenbläschen, was wiederum die Sauerstoffaufnahme der Betroffenen erschwerte.

Die Wissenschaftler vom VIB, von der Uniklinik Gent, von der Université Libre de Bruxelles (ULB) und von der Universität Gent (UGent) untersuchten in einem Zeitrau von rund 3 Jahren mehr als 500 Coronapatienten und hoffen jetzt, neue Behandlungen zu ermöglichen. Sie selbst waren bereits mit Mitteln gegen den Entzündungsstoff Interleukine-6, wenn dieser durch Covid-19 irregeführt wird, erfolgreich.

Doch es sei jetzt viel mehr Forschung nötig, um aus den vielversprechenden ersten Ergebnissen effiziente Medikamente und Behandlungsmethoden zu entwickeln. Die Studie ist in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ zu finden. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5