Sophie Dutordoir, Geschäftsführerin der belgischen Bahn MNBS/SNCB, zieht die Notbremse angesichts der dramatischen Sicherheits- und Hygieneprobleme am Bahnhof Brussel-Zuid/Bruxelles-Midi. Sie hat einen Brief an den Brüsseler Premierminister Rudi Vervoort (PS), den belgischen Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo), die belgische Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) und die Bürgermeister der Brüsseler Gemeinden Sint Gillis und Anderlecht geschickt - mit Bitte um dringende Maßnahmen.
Bahnchefin Dutordoir zieht die Notbremse wegen Sicherheits- und Hygieneproblemen am Brüsseler Südbahnhof
Seit geraumer Zeit hat sich die Situation am Brüsseler Südbahnhof dramatisch verschlechtert: Drogenhandel, Drogenkonsum, Kriminalität und Probleme mit Obdachlosen im Bahnhof und in der unmittelbaren Umgebung des verkehrsreichsten Bahnhofs des Landes sind an der Tagesordnung. An den Ein- und Ausgängen riecht es nach Urin und Schmutz. In den Ecken und Gängen kauern Obdachlose und Drogensüchtige. Die Polizei- und Gesundheitsbehörden sprechen sogar von einer Crack-Epidemie.
"Die Bahn hat weder die Mittel noch die Befugnisse, um diese Sicherheits- und Hygieneprobleme allein zu bewältigen", so die belgische Bahnchefin Sophie Dutordoir (unten): "Alle Betroffenen müssen ihre Verantwortung übernehmen.”
"Jeden Tag nehmen mehr als 50.000 Leute den Zug am Brüsseler Südbahnhof, was ihn zum verkehrsreichsten Bahnhof des Landes macht. Außerdem ist er ein internationaler Knotenpunkt des Zugverkehrs in unserem Land und das wichtigste Tor für internationale Reisende, die Belgien besuchen."
Dutordoir ist der Meinung, dass mehr getan werden muss als das, was die Bahn bereits tut. Sie fordert "dringend" eine kurzfristige Initiative, bei der die belgischen Polizeibehörden und die Innenministerin Annelies Vanderlinden (flämische Christdemokraten, CD&V), der Verkehrsminister Georges Gilkinet (französischsprachige Grünen, Ecolo), der Brüsseler Ministerpräsident Rudy Vervoort (französischsprachige Sozialisten, PS) und die Bürgermeister der Gemeinden Sint Gilis und Anderlecht zusammenarbeiten.
"Dies wird nicht nur den Fahrgästen, den Bahnmitarbeitern und der lokalen Bevölkerung zugute kommen, sondern auch das Image Brüssels und unseres Landes insgesamt verbessern," so Dutordoir.
Anstatt den Schwarzen Peter weiterzureichen, sollten die verschiedenen Behörden ihre Maßnahmen besser koordinieren.
Verkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo)
In einer ersten Reaktion erklärte Mobilitätsminister Georges Gilkinet (Ecolo), er teile die Bedenken der SNCB: "Anstatt den Schwarzen Peter weiterzureichen, sollten die verschiedenen Ebenen ihre Maßnahmen besser koordinieren, um Sicherheit und Sauberkeit zu gewährleisten, auch im Bereich des Nordbahnhofs", sagte er.
"Der internationale Status dieser beiden Bahnhöfe und das Bild, das sie von der Hauptstadt Europas vermitteln, verdienen ein strukturelles und proaktives Vorgehen der verschiedenen Behörden."
