Videos von einer Gruppe Antwerpener Mädchen, die andere Mädchen verprügeln, sorgen in den Social Media für eine Hexenjagd auf die Täterinnen. Einige rufen dazu auf, sich für die Prügeleien zu rächen. Inzwischen werden zum Beispiel Videos geteilt, die zeigen, wie Jugendliche gegen Haustüren treten und die Häuser der mutmaßlichen Täterinnen verwüsten. Die örtliche Polizei musste sogar dazu aufrufen, “die Hexenjagd in den sozialen Medien nicht weiter anzutreiben.” Sie hat eine Untersuchung eingeleitet.
“Hexenjagd” in Social Media auf Prügel-Mädchen von Antwerpen nach Veröffentlichung von Opfervideos
Auf Instagram, Snapchat und Telegram kursieren seit einiger Zeit Videos von einer Mädchenbande aus Antwerpen, die andere Mädchen verprügeln. Die Videos wurden in den letzten Monaten aufgenommen und spielen sich auf dem Antwerpener Meir, im Sportpaleis, auf Parkplätzen oder an verschiedenen Straßenbahn- und U-Bahn-Haltestellen ab.
In den Videos werden andere Mädchen geschlagen und getreten, oft liegen die Opfer bereits am Boden. Das Motiv ist nicht ganz klar, auch wenn es gelegentlich um Eifersucht zu gehen scheint. Es scheint sich immer um die gleichen jungen Täterinnen zu handeln.
Die Polizei hat insbesondere eine geschlossene Gruppe auf Telegram im Visier, der mehrere tausend Antwerpener Jugendliche angehören. Diese echauffieren sich seit mehreren Tagen für ein hartes Durchgreifen gegen die prügelnden Mädchen. Adressen und Namen der mutmaßlichen Täterinnen werden dort geteilt. Auch der Ort, an dem sie zur Schule gehen, und die Namen von Familienmitgliedern kursieren dort auf Telegram.
Das ist den betroffenen Mädchen nicht entgangen. Bereits am Mittwochabend postete eines von ihnen ein Video, in dem sie sich ausführlich entschuldigte. Doch noch am selben Abend wurden Videos geteilt, die zeigen, wie Jugendliche gegen Haustüren treten und die Häuser der Familien der mutmaßlichen Täterinnen verwüsten.
Ermittlungen eingeleitet
Der Antwerpener Polizei sind sowohl die Bilder als auch einige der darauf folgenden Vorfälle bekannt, sie hält sich jedoch mit Kommentaren zurück, da es sich um Minderjährige handelt.
"Aufgrund dessen, was auf den Bildern zu sehen ist, leitet unsere örtliche Abteilung für Jugendkriminalität eine Untersuchung ein", so Sprecher Wouter Bruyns. "Unsere Teams widmen den Vorfällen, die mit den Fakten in Verbindung stehen könnten, besondere Aufmerksamkeit. Wir bitten auch darum, diese Hexenjagd in den sozialen Medien nicht weiter zu verstärken, sondern nützliche Informationen an die Polizei weiterzugeben.
