Inzwischen sind rund 90 Landsleute und Berechtigte aus Niger evakuiert worden, wo ein Staatsstreich durch das Militär dafür sorgt, dass das Leben für Europäer dort problematischer wird. Seit dem Putsch werden die Europäer, die dies wünschen, evakuiert, wie das belgische Außenministerium mitteilte. Inzwischen schraubt Belgien entgegen der bisherigen Ansicht doch die Entwicklungshilfe für Niger zurück.
90 Belgier und Berechtigte aus Niger evakuiert und in Europa gelandet
Frankreich begann als erstes europäisches Land in der vergangenen Woche mit der Evakuierung von Landsleuten und sogenannten Berechtigten, d.h. Familienangehörigen und anerkannten Flüchtlingen. Die Franzosen erklärten sich sofort bereit dazu, auf ihren Flügen auch Landsleute aus anderen europäischen Ländern mit auszufliegen.
Am Donnerstag konnten damit bereits rund 70 Belgier und Berechtigte aus Niger evakuiert werden und am Freitag landete eine Maschine in Madrid, mit der ebenfalls Belgier ausgeflogen wurden.
„Bisher sind ungefähr 90 Belgier und Berechtigte aus Niger evakuiert worden“, lässt das Außenamt in Brüssel wissen: „Das geschah mit französischen Flugzeugen, mit einer amerikanischen Maschine via Paris und mit einen spanischen Flugzeug via Madrid.“
Das Außenministerium weist darauf hin, dass sich die Zahl der Belgier in Niger fortlaufend ändert und dass die belgische Botschaft vor Ort mit allen noch dort verbleibenden Landsleuten in Kontakt bleibt.
Reisewarnung
Das Außenamt in Brüssel passte am Freitag auch die Empfehlungen für eine Reise oder einen Aufenthalt in Niger an und verfügte eine Reisewarnung. „Von allen Reisen wird jetzt abgeraten und die Belgier, die in Niger verbleiben, werden darum gebeten, zu schauen, ob ihr Aufenthalt dort notwendig ist. Wenn das nicht der Fall ist, müssen sie von der ersten Möglichkeit Gebrauch machen, um das Land zu verlassen“, sagte Außenamtssprecher Nicolas Fierens Gevaert gegenüber VRT NWS.
Belgien schraubt die Entwicklungshilfe für Niger dann doch zurück
Die belgische Bundesregierung hat sich dazu entschlossen, die Entwicklungshilfe für das Land nach dem Militärputsch dann doch zurückzuschrauben. Zunächst kündigte die zuständige Ministerin Caroline Gennez (Vooruit) noch an, dass nichts verändert werden sollt“: „Wir helfen den Menschen, nicht der Regierung“.
Doch inzwischen ist deutlich geworden, dass das brutale Untergraben der Demokratie durch die Militärs auch auf dieser Ebene nicht ohne Folgen bleiben kann. Zurückgefahren wird u.a. das sogenannte „3D-Projekt“, eine Kooperation zwischen den Verteidigungsministerien, den Ministerien für Entwicklungszusammenarbeit und der Diplomatie.
Allerdings soll die Entwicklungsgesellschaft Enabel kleinere lokale Projekte rund um Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft weiter begleiten und finanzieren. Die militärische Kooperation zwischen Belgien und Niger war unmittelbar nach dem Putsch on hold gesetzt worden.
