Im Gefängnis in der Brüsseler Gemeinde Sint-Gillies kämpft man gerade mit einer Rattenplage. Einige Häftlinge haben inzwischen heimlich Bilder mit Handys gedreht, die in die Haftanstalt geschmuggelt wurden und die inzwischen auch in den sozialen Medien die Runde machen, wie die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad und die Blätter der frankophonen Mediengruppe SudPresse melden.
Ratten im Gefängnis: Häftlinge filmen die Zustände in der Haftanstalt von Sint-Gillies in Brüssel
Auf diesen Videos ist zu sehen, wie sich die Ratten auf dem Innenhof der Haftanstalt tummeln und dass solche Tiere auch in den Zellen auftauchen. Die Direktion des Gefängnisses von Sint-Gillies versucht, die Rattenplage zu bekämpfen, vorläufig jedoch ohne Erfolg.
Valerie Callebaut von Gefängniswesen bestätigte das Problem: „Wir nehmen das sehr ernst. Ein internes Team putzt jeden Tag und eine externe Firma versucht, die Ratten zu vernichten.“ Ob diese Rattenplage effektiv bekämpft werden kann, bleibt abzuwarten. Im Prinzip wird das Gefängnis von Sint-Gillies Ende 2024 geschlossen. Dann sollen alle Häftlinge ins neue Mega-Gefängnis von Haren bei Brüssel umziehen.
Im Jahresbericht 2022 zu den Haftanstalten heißt es wörtlich zu den Zuständen in Sint-Gillies: „Einige Stellen in dieser Hafteinrichtung sind so dreckig, dass man das erst glaubt, wenn man es mit den eigenen Augen und der eigenen Nase wahrnehmen kann.“ Inzwischen, so heißt es weiter, ist „der sanitäre Kontext im Allgemeinen völlig unzureichend.“

