Belgien wird in den afrikanischen Land Niger, wo es in den vergangenen Tagen einen Militärputsch gab, weiter Entwicklungshilfe leisten. Dies gab Bundesentwicklungshilfeministerin Caroline Gennez (Vooruit) bekannt. Gegenüber VRT NWS sagte sie: „Wir helfen der Bevölkerung und nicht dem Regime.“
Weiter belgische Entwicklungshilfe für Niger: "Wir helfen der Bevölkerung, nicht dem Regime"
Man werde die Bevölkerung in Niger weiter unterstützen, so Gennez: „Das betrifft Projekte zur Schulbildung von Mädchen, die nachhaltige Landwirtschaft und das Gesundheitswesen.“
Damit geht Belgien etwas anders vor, als z.B. Frankreich, der afrikanische Staatenbund ECOWAS oder die Europäische Union, die eher einen Boykott des Militärregimes in Niger in Betracht ziehen. Hier soll die Zusammenarbeit mit den staatlichen Einrichtungen beendet bzw. so lange ausgesetzt werden, wie das Putschregime an der Macht ist.
In der vergangenen Woche hatte das Militär den demokratisch gewählten Präsidenten in Niger, Mohamed Bazoum, vertrieben und eine Militärregierung eingesetzt. General Abdourahmane Tiani, der die Putschisten anführte, übernahm die Macht.
Dies bedeutet allerdings, dass die Zusammenarbeit zwischen Belgien und Niger auf militärischer Ebene beendet wurde. Inzwischen skandierten Unterstützer auf den Straßen der Hauptstadt Niamey „Es lebe Russland“ und „Es lebe Putin“.
Nicht selten halten Afrikaner Russland für einen besseren Partner als die alten europäischen Kolonialstaaten. In der Sahelzone ist dies seit 2020 bereits der dritte Putsch eines Landes nach Mali und Burkina Faso.
