Im Laufe dieses Sommers zieht das flämische Musikarchiv, dass aus rund 40.000 Schallplatten und CD’s besteht, in ein neues Zuhause. Die Sammlung wird in der Königlichen Akademie für Schöne Künste (KASK) und im Konservatorium von Gent untergebracht. Das Archiv ist Eigentum der flämischen Organisation für Entwicklung und Förderung von Kunst, „Kunstenpunt“, und lagert (noch) in den Kellern der Einrichtung in der Galerie Ravenstein in Brüssel.
Ein neues Zuhause für die rund 40.000 Schallplatten und CD’s des flämischen Musikarchivs
Ziel des Umzugs und der Neuausrichtung des flämischen Plattenarchivs ist, dass Interessierte in Gent flämische Musik in allen Stilrichtungen suchen und anhören können. Das Musikarchiv von „Kunstenpunt“ umfasst Exemplare von aller möglichen Musik, die flämische Musikerinnen und Musiker veröffentlicht haben - hier oder anderswo. Dabei ist die Bandbreite echt breit und geht von Jazz und Klassig hin zu Pop und Rock und zum Schlager.
„Kunstenpunt“ bekommt seit dem Jahr 2000 von jeder Veröffentlichung, ob auf Vinyl oder auf CD, je ein Exemplar. Leider war diese Sammlung bisher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, doch das wird sich im Laufe der nächsten Monate ändern. Die Platten sollen in der Bibliothek des KASK und im Konservatorium in Gent archiviert werden. Das Konservatorium befindet sich in der Geraard de Duivelstraat in Gent, einem früheren Gebäude der Nationalbank.
Suchen und hören
Richard Sutcliffe, der Bibliothekar des Genter Museums für Schöne Künste, hält es für wichtig, dass das Archiv in die Stadt kommt und öffentlich zugänglich gemacht wird. Vor einigen Wochen sagte er dazu gegenüber VRT NWS: „Das bedeutet für eine Musikbibliothek neben Partituren, Büchern und Zeitschriften über Musik einen Mehrwert, eine solche Kollektion von Aufnahmen zu haben.“ Selbst er wartet gespannt darauf, hier einzutauchen: „Ich höre alle Stile und entdecke gerne Dinge. Für mich ist es sehr interessant, um alle diese Platten zu durchwühlen und Platten anzuhören, die neugierig machen.“
Doch es ist beileibe nicht dem Bibliothekar vorbehalten, hier Musik zu hören. Das Archiv wird für Jedermann zugänglich gemacht: „Unsere Studierenden, Wissenschaftler und das breite Publikum werden hier Zugang erhalten. Hier werden Platten- und CD-Spieler aufgestellt, damit man hier Musik hören kann.“ Ausleihen kann man aber aus dem Musikarchiv im Gegensatz zu Büchern oder Partituren nichts. „Kunstenpunt“ hofft, dass Ende 2023 oder Anfang 2024 alles bereitsteht, um das Archiv zu öffnen.
