Immer mehr Arbeitsmigranten von außerhalb der Europäischen Union strömen auf den belgischen Arbeitsmarkt. Dies ist aus dem Jahresbericht 2022 des föderalen Zentrums für Migration, Myria, ersichtlich. Im vergangenen Jahr wurde knapp 25.000 dieser Einwanderer in unserem Land eine Arbeitserlaubnis erteilt. Der Fachkräftemangel in Belgien sorgt dafür, dass diese Migranten in sogenannten Engpassberufen eingesetzt werden können, wie z.B. als LKW-Fahrer, in Pflegeberufen oder als Metzger und Bäcker.
Fachkräftemangel in Belgien: Immer mehr Arbeitskräfte von außerhalb der EU angeworben
Myria hat im vergangenen Jahr vor allem Arbeitsmigranten aus Nicht-EU-Ländern eine Arbeitserlaubnis erteilt, die ein hohes Ausbildungsstatut hatten - wie z.B. Inder, doch vermehrt werden auch klassische Arbeiter für Berufe zugelassen, bei denen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fachkräftemangel herrscht. Laut Myria handelt es sich dabei derzeit vor allem um Marokkaner, Türken und Tunesier (insgesamt 8.098 Personen).
2022 wurden laut Statistik 75 % mehr Arbeitsmigranten in Belgien von außerhalb der EU zugelassen, als im Jahr davor. Das betraf 19.724 Antragsteller. Arbeitgeber müssen belegen, dass sie auf dem heimischen Arbeitsmarkt geeignete Kräfte nicht finden können und dass sie auf diese Arbeitsmigranten angewiesen sind.
Belgiens Staatssekretärin für Asyl und Einwanderung, Nicole de Moor (CD&V) sagte dazu, dass sich die belgische Bundesregierung im Juli noch auf Maßnahmen einigen konnte, die verhindern sollen, dass die Betreffenden auf dem hiesigen Arbeitsmarkt ausgebeutet werden: „Wenn Arbeitsmigranten in unserem Land Opfer von Sozialbetrug durch ihre Arbeitgeber werden, haben sie 180 Tage lang Zeit, sich einen neuen Job zu suchen. Bisher lag dieser Zeitraum bei 90 Tagen, was sich als zu kurz erwiesen hat.“
