Das Königliche Belgische Institut für Raumfahrt-Aeronomie (BIRA) arbeitet derzeit an einem Instrument, das den Schwefel- und Stickstoffgehalt in den Abgasen von Schiffen kontrollieren soll. Dabei soll ein Sensor zum Einsatz kommen. Ab Frühjahr 2024 soll diese „Sensorfalle“ für umweltverschmutzende Hochseeschiffe in Betrieb gehen und am Mermaid-Offshore-Windpark vor der belgischen Küste aufgestellt werden.
Bald kommt eine "Sensorfalle" für umweltverschmutzende Schiffe in der Nordsee vor Belgien
Der Schadstoffsensor wird SEMPAS genannt, was für „Ship Emission Monitoring by Passive Remote Sensing“ steht und wurde am Mittwoch beim Königlichen Meteorologischen Institut (KMI) in Ukkel bei Brüssel vorgestellt.
Die internationale Schifffahrt ist durch das Verbrennen von fossilen Kraftstoffen für etwa 2,5 % des weltweiten Ausstoßes von Schadstoffen in die Umwelt verantwortlich. Durch den belgischen Teil der Nordsee fahren jährlich bis zu 200.000 Hochseefrachter und Kreuzfahrtschiffe sowie Fähren, die alle zum Schadstoffausstoß beitragen. Hierbei handelt es sich um eine der am meisten befahrenden Schifffahrtsrouten in der Nordsee und diese verläuft teilweise auch an dichtbevölkerten Küstengebieten entlang.
Um den Schadstoffausstoß durch Frachtschiffe (Schwefel, Feinstaub, Stickstoff) einzuschränken hat die Internationale Maritime Organisation (IMO) Regeln festgelegt, die dafür sorgen sollen, dass dieser Ausstoß bis 2050 netto bei Null liegen soll. Reedereien, die diese Regeln nicht einhalten, riskieren hohe Bußgelder.
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Doch faktisch ist dies nur schwerlich zu kontrollieren. Ein Flugzeug, dass Schadstoffe „riechen“ und Proben von Schiffsabgasen nehmen kann, damit diese später in einem Labor analysiert werden können, reicht nicht mehr und dadurch gehen die meisten gegen die Vorschriften verstoßenden Schiffe den Kontrolleuren „durch die Lappen.“
Um dem zuvorzukommen, gab Bundesjustiz- und Nordseeminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) dem BIRA-Institut den Auftrag, ein neues und besseres Instrument für solche Kontrollen zu entwickeln. Dieses SEMPAS genannte System kann die Abgase von Schiffen scannen und selbst analysieren, bzw. deren Zusammenstellung feststellen.
SEMPAS kann etwa 18 Schiffe pro Tag kontrollieren, abhängig allerdings von den Wetterumständen. Bei dichtem Nebel klappt das nicht, denn dann kann der Sensor nicht scannen. In der Nacht hingegen funktioniert die Messfunktion über ein Infrarot-Messgerät. SEMPAS wird im Frühjahr 2024 am Mermaid-Offshore-Windpark vor der belgischen Küste vor Ostende installiert.
