Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) hat in den Samstagsausgaben aller Tageszeitungen in Belgien mit einer ganzseitigen Anzeige in einem offenen Brief zu mehr Zusammenarbeit auf politischer Ebene aufgerufen. Dabei geht er auf die Streitigkeiten innerhalb der Regierungskoalition ein, die in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgten.
Wahlkampfauftakt? Premierminister De Croo ruft die Politik in einem offenen Brief zu mehr Zusammenarbeit auf
Der flämische Liberale spricht die Konflikte in der Vivaldi-Koalition direkt an und zählt zum Beispiel die Tatsache auf, dass es kurz vor der Sommerpause nicht gelungen war, sich auf eine Steuerreform zu einigen: „Liebe Belgier. Es ist jeden Tag in der Zeitung zu lesen: Politiker, die sich lieber streiten, als dass sie miteinander zusammenarbeiten. (…) Das ist nicht das, was ich vor Augen hatte, als ich vor drei Jahren meinen Auftrag begonnen habe.“
De Croo schreibt in diesen öffentlichen Brief, dass sich Politiker manchmal zu sehr mit sich selbst beschäftigen würden und dass die dabei vergessen würden, für wen sie eigentlich da sein sollten. Dabei schließt er sich nicht aus und sagt klar, dass auch er Fehler gemacht habe: „Auch ich habe Fehler gemacht und das tut mir leid. Doch das bedeutet nicht, dass ich es dabei lassen werde. Wenn wir ein besseres Land wollen, dann muss auch die Politik es besser machen.“
Premier De Croo sagt in seinem offenen Brief, dass er sich der Sorgen der Menschen im Lande bewusst sei und kündigte an, dass er sich mit den anderen Parteien darum bemühen werde, eine bessere Politik zu führen. Politische Beobachter sehen in diesem Schreiben bzw. in dieser Anzeigenkampagne den Wahlkampfauftakt des flämischen Liberalen. Im Juni 2024 stehen in Belgien Parlamentswahlen an.
