Die Piloten des irischen Billigfliegers Ryanair am Standort Brussels South Airport Charleroi legen am Wochenende des 29. und 30. Juli erneut ihre Arbeit nieder. Damit streiken sie in diesem Ferienmonat Juli schon das zweite Mal. Beim letzten Mal waren 120 Flüge bzw. rund 20.000 Passagiere von dem Streik betroffen und mussten eine Lösung für ihre Reise finden.
Rund 100 Flüge gestrichen: Erneut Pilotenstreik bei Ryanair am Flughafen Charleroi am 29. und 30. Juli
Die Forderung der Ryanair-Piloten bleiben die gleichen: Unter anderem fordern sie einmal mehr eine Anhebung ihrer Gehälter. Die Piloten bei Ryanair in Belgien hatten sich während der Coronakrise auf eine Gehaltsverringerung um 20 % eingelassen, doch die Fluggesellschaft will dies vorerst nicht mehr wieder auf den alten Stand bringen, trotz enormer Gewinne, so die Gewerkschaften. Hier ist die Rede von einem Gewinn von 1,4 Mia. € im vergangenen Jahr. Allerdings läuft das Corona-Abkommen noch bis Oktober 2024.
Ein weiterer Grund für diese Streikankündigung ist, dass Ryanair von den Piloten verlangen will, sich pro Monat einen zusätzlichen Tag stand by zu halten, damit sie schnell eingesetzt werden können. Dies aber lehnen die Gewerkschaften ab. Derzeit müssen die Piloten fünf Tage arbeiten und haben dann vier Tage Ruhezeit. Ryanair will das einseitig auf sechs Tage Arbeit und drei Tage Ruhezeit anpassen, doch dies verstößt laut Gewerkschaften gegen das Arbeitsrecht und gegen die geltenden Tarifabschlüsse.
Schon am vorvergangenen Wochenende streikten die Ryanair-Piloten am Standort Charleroi. Dabei mussten rund 120 Flüge gestrichen werden, was bis zu 20.000 Reisende betraf. Jetzt können Reisende auf der Webseite des Charterflughafens von Charleroi nachschauen, welche Flüge diesmal von dem Pilotenstreik betroffen sind.
Bisher sind in Charleroi für Samstag etwa 50 Flüge und für Sonntag 46 Flüge gestrichen. Und diese Zahl kann noch steigen. Vorläufig sind Hin- und Rückflüge zwischen Charleroi und Nîmes, Bologna, Neapel, Lissabon, Carcassonne, Alicante, Stokholm und Bukarest betroffen. Das sind Flüge, die mit belgischen Besatzungen geplant sind. Flüge mit Piloten aus anderen Ländern finden statt. Für Sonntag sind vorerst noch keine Annullierungen von Flügen bekannt, doch auch das kann sich ändern.
Aufgrund der europäischen Fluggastrechte muss Ryanair den Passagieren kostenlos andere Flüge anbieten. Passen diese nicht, müssen die Flugtickets zurückerstattet werden.
