In Ostende ist am Mittwoch der Startschuss für ein Pilotprojekt gegeben worden, mit dem Solarenergie auf schwimmenden Plattformen in der Nordsee produziert werden soll. Ein Unternehmens-Konsortium hat hier große Erwartungen, doch es gibt auch Kritik an dem Projekt.
Pilotprojekt mit Offshore-Solaranlagen in Ostende gestartet
Der Traum des belgischen Seavolt-Konsortiums, zu dem die Offshore-Unternehmen Deme und Jan De Nul NV gehören, ist, mit Flößen auf denen rund 500 Solarpanelen angebracht sind, zwischen den Windrädern weitere Elektrizität zu produzieren. Dazu wurde in den vergangenen Monaten eine kleine Flotte Flöße gefertigt, auf denen die Panelen angebracht werden.
Zwar ist deutlich, dass man auch auf hoher See bei wolkenbehangenem Wetter und in der Nacht keinen Solarstrom produzieren kann, doch Seavolt will zumindest mit diesem Pilotprojekt herausfinden, was hier möglich ist oder sein kann.
Die Flöße sind aus nicht rostendem Leichtmetall und aus Kunststoff gefertigt, damit sie den Wetterumständen und dem salzigen Seewasser standhalten können. Ein Jahr lang sollen die Solarzellenflöße in der Nordsee getestet werden. Lohnt sich das Unterfangen, dann sollen in absehbarer Zeit Plattformen mit tausenden Sonnenpanelen in der Nordsee zwischen den Offshore-Windkraftanlagen Strom produzieren.
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Kritische Stimmen
Falls bei Gelingen des Pilotprojekts dann solche schwimmenden Solaranlagen massiv in der Nordsee Strom produzieren, könnten die nach Planungen von Seavolt bis zu 125 km² Meeresfläche beanspruchen. Dies werde einen negativen Impakt auf das Seeleben haben, so Umweltschützer.
Hier wird zum einen befürchtet, das sich Meerestiere hier zurückziehen und dass sich möglicherweise andere Tiere, die nicht hierhergehören, invasiv niederlassen.
Zum anderen gehen Natur- und Umweltschützer davon aus, dass die riesigen Flächen von Solarpanelen für Dunkelheit unter Wasser sorgen, was ebenfalls negative Auswirkungen auf die Biodiversität in der Nordsee haben wird. Von dieser Seite her wird das Seavolt-Pilotprojekt ebenfalls genau verfolgt.
